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Basketballer auf Stoff: Wie groß ist das Thema Doping in der NBA?

Als größtes und einflussreichstes Magazin für Kraftsport, Fitness und Bodybuilding im deutschsprachigen Raum gehören Berichte sowie Informationen über das Thema Doping zu unseren alltäglichen Aufgaben. In wohl keinem sportlichen Bereich ist der Gebrauch von illegalen leistungssteigernden Mitteln so offensichtlich wie auf dem Gebiet des Muskel- und Kraftaufbaus. Doch wie wir wissen, ist Doping keineswegs ein Thema, das ausschließlich auf diese Nische beschränkt wäre. In wahrscheinlich jedem Leistungssport kommen Steroide, Wachstumshormone und andere Stoffe zum Einsatz, die die athletische Performance verbessern, auch wenn es für den Otto-Normal-Verbraucher oft nicht offensichtlich ist. Anlässlich der NBA Finals, die aktuell in vollem Gange sind, wollen wir uns dem Thema Doping in der mit Abstand stärksten und populärsten Basketball-Liga der Welt widmen.

Im Zuge unserer Recherchen mussten wir zunächst feststellen, dass nicht viel über den Gebrauch von leistungssteigernden Substanzen in der NBA ans Tageslicht tritt. Ähnlich wie in den großen europäischen Fußballligen ist Doping allem Anschein nach in der National Basketball Association der Vereinigten Staaten von Amerika kein sonderlich großes Thema. Erst im vergangenen Jahr äußerte sich Dirk Nowitzki, der sich vor kurzem nach 21 Jahren NBA-Karriere in den Ruhestand verabschiedet hat, scherzhaft über die Dopingkontrollen in der Liga. Auf Twitter schrieb der 2,13 Meter große Deutsche:

„Ich hatte gerade einen Offseason-Dopingtest. Habe dem Typen gesagt: ‚Hast du gesehen, wie ich mich letztes Jahr bewegt habe? Wenn ich etwas nehmen würde, müsste ich so schnell wie möglich das Produkt wechseln!!!‘

Doping und der Mythos vom fairen Sport

Die in diesem Artikel dargestellten Inhalte spiegeln die Meinung des Autors des Originaltextes wieder und stehen in keinem Zusammenhang mit der Meinung des Übersetzers oder von Gannikus.com. Anabole Steroide, Wachstumshormone und ähnliche Stoffe sind entweder verschreibungspflichtig oder überhaupt nicht mehr aus einer Apotheke zu beziehen. Derartige Substanzen ohne Rezept zu erwerben oder zu besitzen ist […]

Doch wenn man sich im Profisport ein wenig auskennt, dann werden eventuell berechtigte Zweifel daran aufkommen, dass die Athleten der weltweit stärksten Basketball-Liga allesamt völlig natural sind. Es ist schließlich nicht so, dass nicht auch die großgewachsenen Ballsportler von der Einnahme gewisser Substanzen profitieren würden. Und am Ende geht es im Basketball um sehr viel Geld – ein hinreichend starkes Motiv, um Athleten, Trainer und Verantwortliche mit dem Gedanken spielen zu lassen, Dopingmittel einzusetzen. Wie in jedem Sport besteht die hohe Kunst jedoch darin, nicht aufzufliegen.

Folgt man den Angaben amerikanischer Sportseiten, so wird ein Profi in der NBA zwischen null und viermal im Jahr einer Dopingkontrolle unterzogen. Dabei wird ausschließlich ein Urintest verwendet. Getestet wird neben anabolen Steroiden auch auf Stoffe, die Dopingmittel im Urin verschleiern sollen, sowie auf Stimulanzien, Diuretika und Freizeit- oder Partydrogen wie Marihuana, Kokain oder LSD. Jüngere Spieler werden dabei laut Angaben häufiger ins Visier genommen als Veteranen.

Für den Fall, dass ein Spieler erstmalig positiv getestet wird, muss er mit einer Sperre von zehn Spielen rechnen und erhält in dieser Zeit kein Gehalt. Sollte er zum wiederholten Male auffällig werden, beträgt die Strafe 25 Spiele, wodurch ein Athlet 30 Prozent der gesamten Saison verpassen würde. Beim dritten Vergehen muss der Athlet eine ganze Saison aussetzen und erst beim vierten positiven Dopingtest stehen härtere Strafen wie eine Sperre über mindestens zwei Saisons an. Falls der Test positiv auf Marihuana anschlägt, ist die Anzahl der mit Sanktionen behafteten Spiele zwar geringer, allerdings muss der Athlet dann in das Suchtprogramm der Liga einzahlen.

Wie man weiß, kommt es in anderen amerikanischen Ballsport-Ligen, wie der Major League Baseball (MLB) oder der National Football League (NFL) häufiger zu Dopingskandalen, in die durchaus auch die besten Athleten verwickelt werden. Und der Gebrauch von sogenannten PEDs (performance enhancing drugs) in Radsport oder Leichtathletik gehört inzwischen fast schon zum guten Ton. Im Vergleich zu diesen Sportarten gibt es jedoch nur wenig über entsprechende Fälle in der NBA zu berichten.  Es kursieren zwar viele Mutmaßungen darüber, dass Doping in der NBA ein totgeschwiegenes Thema mit immensem Skandalpotenzial sein könnte. Aber wenn es sich so verhalten sollte, müsste man den vollen Erfolg etwaiger Versuche der Vertuschung anerkennen. Denn faktisch dringt kaum etwas von möglichen Vorfällen an die Öffentlichkeit. Die Liga steht also nach wie vor mit einer recht weißen Weste da.

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In seiner Autobiografie Furious George schreibt der Basketballcoach George Karl, dass womöglich Substanzen wie Steroide, Wachstumshormone und Ähnliches zum Einsatz kämen. Es sei offensichtlich, dass einige Spieler dopen würden. Wie könne es sonst sein, dass einige Spieler älter und zugleich trotzdem schlanker und fitter würden? Wie könnten sie sich so schnell von Verletzungen erholen und warum würden viele von ihnen in ihrer Offseason nach Deutschland reisen? 

Der ehemalige Headcoach der Sacramento Kings fährt fort mit Spekulationen darüber, dass wahrscheinlich neueste, schwer detektierbare „Blutbooster“ und weitere Leistungsförderer verwendet würden, die es bei uns in Europa gäbe. Leider würden die Analyseverfahren zur Detektion technisch jeweils immer ein paar Schritte hinter den Verschleierungsmaßnahmen zurückbleiben. Schließlich sei auch Lance Armstrong zu seiner aktiven Zeit nie positiv getestet worden.

Zwar können wir nicht abschließend beurteilen, ob Basketballer wirklich zum Zwecke des Dopings zu uns nach Deutschland kommen, doch steht eines fest: Auch in diesem Sport würden die Athleten von Steroiden, Wachstumshormonen und Co. von deutlichen Leistungsvorteilen profitieren. Ein in der Öffentlichkeit weitverbreiteter Mythos, der potenziellen Hütern dunkler Geheimnisse in die Karten spielen dürfte, ist jedenfalls, dass Dopingmittel einen Menschen in jedem Fall muskulöser und breiter werden lassen. Doch wenn wir uns manch gedopten Profi-Sprinter oder Radsportler anschauen, so sollte klar werden, dass man einem Athleten nicht unbedingt auf den ersten Blick ansieht, ob mit illegalen Substanzen nachgeholfen wurde. PEDs können wie Partydrogen genau so designt werden, dass sie auf das spezifische Anforderungsprofil eines bestimmten Sports exakt zugeschnitten sind. Man denke in dem Zusammenhang nur an Blutdopingmittel wie Epo (Erythropoetin), das die Sauerstofftransportkapazität des Blutes erhöht – eine Eigenschaft, die bei Ausdauersportarten von großer Bedeutung ist. Mit der Verwendung solcher Mittel geht aber keineswegs oder höchstens in sehr geringem Maße und nur auf indirektem Wege ein Muskelhypertrophie-Effekt einher.

Allein die Tatsache, dass sich die Spieler – genau wie im Fußball – in den Augen Außenstehender extrem schnell von Verletzungen erholen, deutet zumindest darauf hin, dass gewisse Substanzen zum Einsatz kommen dürften, durch deren Gebrauch der betreffende Athlet für uns zurecht nicht mehr als „natural“ gelten würde. Zwar spielt in solchen Verletzungsfällen in gutbezahlten Profisportarten sicherlich auch eine überragende physiotherapeutische und medizinische Versorgung eine Rolle, doch ist die Vermutung, dass Sportärzte mehr als nur Schmerzmittel und Hustensaft verabreichen, gewiss nicht als Absurdität von der Hand zu weisen.

Die Tatsache, dass ein Spieler der NBA im Laufe der Saison nicht zwangsweise und höchstens auch nur viermal auf Doping kontrolliert wird und diese Kontrollen darüber hinaus lediglich Urinproben, jedoch keine Haar- oder Blutanalysen umfassen, lässt einen gewissen Spielraum für die Athleten, sich auch unentdeckt bestimmter leistungssteigernder Mittel zu bedienen. Wir wollen zwar keineswegs die Behauptung aufstellen, dass die NBA nicht so sauber sei, wie es den Anschein hat, da es hierfür schlicht keine stichhaltigen Beweise gibt. Aber viele unabhängige Experten würden wohl die Vermutung, dass in diesem Sport gedopt wird, als durch gewisse Indizien durchaus gut begründet betrachten. Dies muss als umso wahrscheinlicher gelten, wenn man die enormen Summen an TV- und Werbegeldern bedenkt, die in dieser Liga stecken.


Primärquellen:
www.complex.com/sports/2018/01/why-theres-never-been-a-ped-scandal-in-the-nba
www.sports-reference.com/blog/professional-sports-leagues-steroid-policies/
https://www.espn.com/blog/truehoop/post/_/id/54045/three-nba-doping-myths

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