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Powerlifting: Mark Bell zahlt 253.000 US-Dollar für Equipment-Zulassung?

Die International Powerlifting Federation (IPF) ist bekannt als Weltverband des Kraftdreikampfs. Viele Große Namen, wie beispielsweise Ray Williams, sind unter dem Dach des 1973 in den USA gegründeten Verbandes gestartet. Man könnte die IPF in gewisser Weise als die GNBF (oder INBA) des Powerliftings bezeichnen. Die amerikanische Organisation setzt sich für einen dopingfreien Sport ein und gibt vor, regelmäßige Kontrollen durchzuführen. Auch was das erlaubte Equipment angeht, gelten in der IPF strenge Vorgaben. Nur zugelassenen Bandagen, Gürtel und Anzüge dürfen im Wettkampf getragen werden. Doch ausgerechnet Mark Bell, der eigentlich dafür bekannt ist, keinen Hehl aus seiner Doping-Vergangenheit zu machen, hat sich nun die Zulassung seines Equipments bei der IPF für die stattliche Summe von 253.000 US-Dollar erkauft.

In einem sehr selbstbewussten Video auf seinem YouTube Kanal „supertraining06“ spricht der 41-Jährige voller Stolz darüber, dass die Produkte seiner Sling Shot Gear Reihe im Jahr 2019 die IPF Zulassung erhalten und fortan für naturale Kraftdreikämpfer, die in diesem Verband an den Start gehen, im Wettkampf erlaubt sind. Auch über die Summe, die ihm diese Zulassung gekostet hat, nimmt der Inhaber des Super Training Gyms kein Blatt vor den Mund. 253.000 US-Dollar soll er der IPF auf den Tisch gelegt haben, um die begehrte Zulassung zu erhalten. Zum aktuellen Zeitpunkt entspricht das umgerechnet einer Summe von ungefähr 222.000 €. In dem kurzen Statement zieht er einige interessante Vergleiche, was man für dieses Geld noch alles kaufen könnte. Beispielsweise 81,420 Double Double Burger oder 340.695 Scoops seines Proteinpulvers. Ziemlich protzig könnte man meinen, doch die Kritik an diesem Deal kommt von einer anderen Seite.



Der erste Punkt, den Kritiker an dem Geschäft zwischen Mark Bell und der IPF anprangern, ist die Tatsache, dass der Verband damit mit einer Person kooperiert, der in ihren Augen eigentlich ein Feind sein sollte. Wer die im Jahr 2008 erschienene Dokumentation „Bigger, Stronger, Faster“ gesehen hat, die auch als Super Size Me auf Steroiden bezeichnet wird, wird wissen, dass der heute 41-Jährige selbst Steroide verwendet hat, um seine Leistung im Powerlifting zu verbessern. In dieser Dokumentation spricht Mark Bell sehr offen über den Gebrauch dieser Substanzen im Powerlifting, die jedoch für Athleten der IPF verboten sind. Weiterhin nahm er im August dieses Jahres an einem Bodybuilding-Wettkampf teil, wobei er ebenfalls sehr offen angab, welche Steroide er dafür verwendet hat.


https://www.gannikus.de/news/mark-bells-steroid-stack-fuer-seinen-bodybuilding-wettkampf/


All das wäre noch kein Drama, wenn die IPF in der Vergangenheit nicht sehr ausdrückliche Statements gegenüber leistungssteigernden Mitteln gesetzt hätte. Die Powerlifting-Legende Ed Coan beispielsweise wurde im Jahre 2016 nach einem IPF-Wettkampf positiv auf anabole Steroide getestet. Im Anschluss bannte ihn der Verband auf Lebenszeit und drohte aktiven Athleten sogar mit dem Ausschluss, wenn sie an einem Seminar des 55-Jährigen teilnehmen oder nachweislich Kontakt zu ihm haben. So rigide ist die IPF, wenn es um das Thema Steroide geht. Umso überraschender, dass man nun Mark Bells Produkte das „Okay“ ausspricht. Den Kritikern zu Folge sei aber auch die IPF mit viel Geld zu überzeugen. Doch auch wenn Mark Bell und die IPF beim Thema Doping nicht derselben Meinung sind, hat das nicht viel mit den Produkten an sich zu tun.

Weiterhin gibt Mark „Smelly“ Bell vor, das Geld in gewisser Weise an die Powerlifting-Community zurückzugeben. Schließlich seien alle Athleten, unter denen viele Fans des YouTubers sind, in der Lage, mit dessen Equipment zu arbeiten und demnach nicht mehr gezwungen, andere Hersteller zu verwenden. Man könnte behaupten, dass Mark Bell nur im Kopf habe, mehr seiner Produkte durch diesen Deal zu verkaufen, um selbst mehr Geld zu verdienen. Da die Zulassung allerdings zeitlich begrenzt ist, kann man sich kaum vorstellen, dass sich die Kosten für die Zulassung innerhalb dieser Zeitspanne amortisieren.


Mark Bells Repost über die Frustration einiger Athleten bezüglich des Deals mit der IPF.

Kritikpunkt Nummer 3 ist, dass viele Gegner der IPF behaupten, der Verband sei eigennützig und würde nichts an seine Athleten zurückgeben. Förderung und Preisgelder seien zu gering, als dass der Verband das Anrecht habe, derartige Summen für die Zulassung des Equipments zu verlangen. Schließlich gibt es mehrere Hersteller mit IPF-Approval, die alle einen gewissen Betrag an den Verband abtreten müssen, damit ihre Bandagen, Anzüge und Gürtel im Wettkampf erlaubt sind. Der Kritikpunkt dabei ist, dass Mark Bell mit seiner Investition einen so eigennützigen Verband unterstützen würde.

Egal ob Mark Bell die investierte Summe durch den Verkauf wieder bekommt, etwas daran verdient oder nicht, die Zulassung seiner Produkte polarisiert stark und wird in den kommenden Monaten sicherlich für weitere Furore in der Welt des Kraftdreikampfs sorgen. Der Fakt, dass Mark Bell kein besonders großer Gegner von Doping im Powerlifting ist, ändert nichts daran, dass seine Produkte unter den strengen Kriterien der IPF geprüft werden und nur zugelassen werden, wenn sie keinen unlauteren Wettbewerbsvorteil für den Athleten bringen. Daher haben die Bandagen und Gürtel seiner Firma nichts mit seiner Einstellung zu leistungssteigernden Mitteln gemein. Dennoch tritt der Verband hier in gewisser Weise von der Stellung ab, die man sich in den letzten Jahren durch einige harte Maßnahmen aufgebaut hat.

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