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Leptin und der Jojo Effekt

Viele Menschen stellen sich die Frage, weshalb es so schwer ist, sein Gewicht nach einer Diät zu halten. Eine Studie aus dem Jahr 2005 konnte zeigen, dass nur eine von fünf übergewichtigen Personen, die innerhalb eines Jahres fünf Prozent ihres Körpergewichts verliert, die erreichte Veränderung auch konservieren kann. Während manche hier die Willenskraft und Motivation kritisieren mögen, gibt es immer mehr Beweise dafür, dass biologische Veränderungen einst adipöse Menschen vor eine große Herausforderung stellen, die verlorenen Pfunde dauerhaft ins Nirvana zu schicken!

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Viele der besagten Beweise drehen sich um die beiden wichtigen Hormone Leptin und Ghrelin, deren Konzentrationen vom Gewichtsverlust drastisch beeinflusst werden können. Diese Hormone haben einen enormen Effekt darauf, wie der Körper sowohl Hunger als auch Sättigung verarbeitet.

Im folgenden Beitrag lest ihr, inwiefern jene Hungerhormone der unsichtbare Grund dafür sein könnten, weshalb scheinbar bekämpfte Fettreserven wiederkommen!

Die Hungerhormone

Sowohl bei Leptin als auch bei Ghrelin handelt es sich um Hormone.

Produziert von den diversen Drüsen im menschlichen Körper sind Hormone eine Klasse von Signalmolekülen, die über den Blutkreislauf Einfluss auf verschiedene Organe nehmen. Im Wesentlichen helfen sie den unterschiedlichen Bereichen des Körpers, sich in derselben Sprache miteinander zu unterhalten. Zusätzlich dazu sind sie bei vielen anderen Prozesse wie beispielsweise beim Stoffwechsel, bei der sensorischen Wahrnehmung und der Fortpflanzung maßgeblich beteiligt. Leptin und Ghrelin werden kollektiv gerne als sogenannte Hungerhormone zusammengefasst.

Ghrelin steigert den Hunger und wird vor allem im Magen ausgeschüttet, über den es das Signal für Appetit an das Gehirn weitergegeben wird. Ist der Magen leer, wird Ghrelin abgesondert und das Resultat ist Hunger. Ghrelin hat schnell wirkende Fähigkeiten und kann in Korrelation mit dem eigenen Ernährungsplan steigen. Wenn man normalerweise um 11 Uhr zu Mittag isst und an einem gewissen Tag bis 13 Uhr warten muss, ist das erhöhte Hungergefühl auf Ghrelin zurückzuführen. Sobald man Nahrung zuführt, verringern sich die Konzentrationen dieses Hormons. Sollte der Ablauf so aussehen, dass man bei Hunger so lange isst, bis man ein Sättigungsgefühl verspürt, sind die Anstiege und Abfälle von Ghrelin über den Tag in einem gesunden Gleichgewicht.

Während Ghrelin eher eine kurzzeitige Rolle bei Hunger und Sättigung spielt, hilft Leptin das Gewicht und den Energieverbrauch längerfristig zu regulieren. Ausgeschüttet in den Fettzellen im Körper sendet Leptin Signale ans Gehirn, durch die der Hunger reduziert wird. Je mehr Leptin im Körper ist, desto weniger Appetit sollte man haben. Da das besagte Hormon allerdings in den Fettzellen lebt, tritt es vermehrt bei Menschen mit höherem Körperfettanteil auf. Macht Sinn, oder? Eine Person mit einem hohen Körperfettanteil sollte im Vergleich mit einer untergewichtigen Person kein gleich großes biologisches Bedürfnis für Nahrung haben, also sind die Leptin Werte höher.

Die Rollenverteilung von Leptin und Ghrelin scheint sehr simpel zu sein, doch Übergewicht hat einige bizarre Auswirkungen auf ihr Verhalten.

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Übergewicht lässt Hormone verrückt spielen

Obwohl Leptin und Ghrelin in den meisten gesunden Menschen effizient und ziemlich vorhersehbar arbeiten, kann ein zu hohes Körpergewicht das Ganze durcheinander bringen.

Der Leptin Spiegel steigt als Reaktion auf die Erhöhung des Körperfettanteils, doch es gibt einen Punkt, an dem der Körper so viel Leptin produziert, dass es seine Fähigkeit verliert, Signale an das Gehirn zu senden. Der exakte Mechanismus hinter diesem Prozess ist zwar unbekannt, aber eine sogenannte Leptinresistenz ist ein großer biologischer Faktor bei der Entwicklung von Übergewicht. Die exzessive Synthese von Leptin hindert die Signale daran, das Gehirn zu erreichen, was den Körper weiter hungrig werden und den Energieaufwand reduzieren lässt. Wir haben es bei der Leptinresistenz eventuell mit einer der ausschlaggebendsten Gründe zu tun, warum übergewichtige Menschen unkontrolliert zunehmen, denn ihre natürlichen Hormone funktionieren nicht mehr effektiv.

Was passiert jedoch, wenn dieselben übergewichtigen Personen ihren Körperfettanteil signifikant reduzieren?

Eine aktuelle Studie im Fachjournal Obesity liefert einen klareren Eindruck der biologischen Veränderungen, die übergewichtige Menschen in einer zunächst erfolgreichen Diät erfahren. Die Forscher beobachteten 14 Teilnehmer von „The Biggest Loser“ über einen Zeitraum von sechs Jahren. Über diese sechs Jahre nahmen alle bis auf einen signifikant zu. Vier Kandidaten wurden sogar schwerer als vor dem Start der Show.

Die Wissenschaftler fanden bedeutsame biologische Veränderungen, durch die den Teilnehmern das Konservieren ihres Erfolgs extrem erschwert wurde. Viele sahen sich mit einem langsameren Stoffwechsel konfrontiert, der einen reduzierten Ruheenergieverbrauch zur Folge hatte. Doch vor allem ihre Leptin Werte rutschten in den Keller. Am Ende der Show hatten die Kandidaten nahezu kein Leptin mehr im System, was dazu führte, dass sie einen Bärenhunger bekamen. Außerdem verspürten sie das starke Bedürfnis, mehr Kalorien zu konsumieren und ihr Aktivitätslevel zu senken, was den langsameren Stoffwechsel erklären könnte. Leptin hat ebenfalls einen Effekt auf das Belohnungssystem des Körpers: Sind die Werte niedrig, fühlt sich Essen noch besser an.

Von den Teilnehmern wurden vor allem ein intensiver Hunger beschrieben, der Fressattacken nahezu unvermeidbar machte. Zu Beginn der Serie wiesen die Kandidaten Leptin Werte von durchschnittlich 41,1 Nanogramm pro Milliliter auf, wovon am Ende der Show nur noch 2,6 Nanogramm pro Milliliter übrig blieben. Mit der Zunahme von Körpergewicht stiegen die Konzentrationen zwar wieder an, doch nur bis ungefähr zur Hälfte der Ausgangswerte.

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Bei der Studie zu „The Biggest Loser“ wurden die Ghrelinspiegel nicht überwacht, was jedoch 2011 bei einem Experiment im The New England Journal of Medicine der Fall war. Forscher studierten hier 50 übergewichtige Personen, die innerhalb eines zehnwöchigen Programms mit einer hypokalorischen Diät Gewicht verloren. Der Gewichtsverlust wurde dabei von einer signifikanten Verringerung an Leptin und einer signifikanten Erhöhung von sowohl Ghrelin als auch Appetit begleitet. Auch ein Jahr später waren die Ausgangswerte nicht wiederhergestellt.

Beide thematisierten Studien verdeutlichen: Wenn eine übergewichtige Person eine signifikante Menge Gewicht verliert, versucht der Körper das verlorene Gewicht durch hormonelle Änderungen wiederaufzubauen. 

Lösung?

Es gibt noch immer viel darüber zu lernen, wie der Körper auf Übergewicht und Gewichtsverlust reagiert, doch es scheint klar zu sein, dass die dauerhafte Beseitigung der Pfunde sehr viel schwieriger ist als gedacht. Bedeutende Änderung im Stoffwechsel und im Hormonsystem führen aus welchen Gründen auch immer dazu, dass der Körper ein starkes und natürliches Verlangen danach hat, sein Startgewicht wiederherzustellen – selbst wenn jenes ungesund war.

Die beste Maßnahme ist wohl, überhaupt nicht übergewichtig zu werden. Es ist sehr üblich, dass viele Menschen ihr Körpergewicht allmählich steigen sehen und sich einreden, die Misere am Ende schon noch in den Griff zu bekommen. Sie denken vielleicht, dass sie aktuell zu beschäftigt sind, um sowohl Lebensstil als auch Ernährung zu ändern und malen sich aus, wie sie es in Zukunft besser machen werden. Doch was sie nicht verstehen ist, dass jedes Kilo mehr auf den Rippen es exponentiell schwerer macht, irgendwann wieder ein normales Gewicht vorweisen und dieses auch aufrechterhalten zu können.

Für diejenigen, die bereits übergewichtig sind, mach eine langsame und anhaltende Gewichtsabnahme sicherlich am meisten Sinn. Mittlerweile arbeiten auch Pharmaunternehmen an der Entwicklungen von Medikamenten, die Menschen dabei helfen sollen, ihr Körpergewicht nach einer drastischen Diät im Griff zu behalten!

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Quelle: stack.com/a/leptin-could-this-hormone-be-the-reason-its-so-difficult-to-keep-weight-off

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