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Tod nach der Arnold Classic – Die Geschichte von Andreas Münzer

In diesem Jahr feiert der wohl zweitbekannteste Wettbewerb in der Geschichte des Bodybuildings sein 30-jähriges Jubiläum. Grund genug, um in die Vergangenheit zu reisen und einzelne Meilensteine der altehrwürdigen Veranstaltung zu beleuchten. Ihr Debüt gibt die Arnold Classic im Jahr 1989. Ab diesem Zeitpunkt ist sie ein wahrer Magnet für die größten Athleten dieser Welt. Selbst wenn es nicht gelingt, den Thron des Mr. Olympia zu erklimmen, ist ein Sieg bei der Arnold Classic nicht weit von dessen Reputation entfernt. Leider findet man in der Historie des Wettbewerbs nicht nur glückliche Momente.

Unzählige Athleten und Legenden der Bodybuildingwelt geben sich seit der ersten Austragung der Arnold Classic in Columbus die Klinke in die Hand. Die Siegerliste spricht Bände. Von Rich Gaspari über Kevin Levrone und Flex Wheeler bis hin zu Jay Cutler, Dexter Jackson und Ronnie Coleman.

Nicht verwunderlich, dass der Wettbewerb für viele Profisportler eine Veranstaltung ist, die ganz oben auf der Prioritätenliste steht und für viele mit dem Mr. Olympia gleichgestellt wird.

So kann es durchaus sein, dass Teilnehmer der Arnold Classic sich nur auf diesen Wettbewerb konzentrieren, den Mr. Olympia ausblenden und alles daran setzen, den Sieg in Columbus zu holen – nicht immer mit positivem Ausgang.

Die Arnold Classic als Lebenstraum

Einer der Athleten, die die Arnold Classic nicht nur als Wettbewerb sahen, sondern vielmehr als Erfüllung des Lebenstraums, war Andreas Münzer.

Geboren in der Steiermark im schönen Österreich wird es kaum jemanden wundern, dass er ein riesiger Fan von Landsmann Arnold Schwarzenegger war. Den Weg zum Kraftsport fand der Österreicher mehr oder weniger zufällig.

Durch die lange Wartezeit auf den Bus nach der Arbeit suchte der damalige Werkzeugmacher nach einer Möglichkeit, sich die Zeit zu vertreiben. Ein auf dem Arbeitsweg gelegenes Fitnessstudio bot ihm dafür die perfekte Lösung.

Was anfänglich zur Überbrückung der Zeit gesehen wurde, entwickelte sich rasant zu einer Leidenschaft, die das komplette Leben – und auch seinen Tod – prägen sollte. Die Trainer im Studio erkannten früh die herausragende Genetik und das Potenzial des noch jungen Blondschopfs und brachten ihn dazu, den Weg als Wettkampfsportler einzuschlagen.

International erfolglos

Die nächsten Jahre nimmt Andreas Münzer an diversen Wettkämpfen teil, um sich schließlich im Jahr 1989 den Sieg bei den World Games in Karlsruhe zu sichern und seine Profi-Lizenz zu erhalten. Zu diesem Zeitpunkt wird auch Alfred Busek auf den jungen Österreicher aufmerksam und legt den Grundstein für eine internationale Karriere.

Auf internationalem Boden gelingt es Münzer nicht, an Erfolge aus der Vergangenheit anzuknüpfen, obwohl er berüchtigt für seinen extrem niedrigen Körperfettanteil und seine herausragende Form am Wettkampftag war.

Interesse an einer Vielzahl von Siegen bei diversen Wettkämpfen hatte der in Wettkampfform 108 Kilogramm schwere Junge aus der Steiermark nie. Für ihn gab es nur eine einzige Veranstaltung, die er unbedingt gewinnen wollte – Die Arnold Classic.

Jedes Detail ist zu erkennen. Andreas war bekannt für seine messerscharfe Form.

Von der Besessenheit zum Tod

Und dafür war er bereit ein großes Opfer zu bringen. Insgesamt stand Münzer sechs Mal auf der Bühne des Wettkampfs, der ihn so in seinen Bann gezogen hatte. Sein bestes Ergebnis erreichte er bereits bei der ersten Teilnahme im Jahr 1990, als er den dritten Platz belegen konnte.

Weitere fünf Jahre gelang es ihm nicht, das Siegertreppchen zu erklimmen. Die sechste Teilnahme soll schließlich ausschlaggebend dafür sein, dass der noch so junge Andreas im Alter von 31 Jahren am 14. März 1996 verstirbt, genau eine Woche nachdem er noch auf der Bühne der Arnold Classic stand.

Die Vorbereitung auf den Wettkampf war der Gesundheit des Athleten nicht zuträglich. So klagte er bereits Monate vorher über ständige Bauchschmerzen. Bei seiner Autopsie wurde der Auslöser dieser Schmerzen ersichtlich.

Innere Blutungen im Bauch und ein Versagen von Leber und Nieren führten dazu, dass selbst eine OP und Blutinfusionen den Tod von Andreas nicht mehr verhindern können, sodass er an seinem 31. Geburtstag verstirbt.

Todesursache Medikamentenmissbrauch

Nicht nur das junge Alter, in dem der Österreicher verstarb, lässt darauf schließen, dass kein normaler Grund für das Ableben vorliegt. Der Autopsiebericht gibt Aufschluss über die Strapazen, die der Körper von Münzer in der Vorbereitung auf die Arnold Classic erleiden musste.

Insgesamt 20 verschiedene Substanzen konnten in seiner Blutbahn gefunden werden. Unter diesen Medikamenten auch riesige Mengen an Diuretika, die auf der einen Seite seine extrem trockene Form, auf der anderen Seite das Leber- und Nierenversagen erklären.

Zusätzlich wird berichtet, dass Tumore an der Leber erkannt werden konnten, die die Größe eines Tennisballs aufwiesen und eine Herzvergrößerung, auf das doppelte Ausmaß eines normalen Herzens.

Dieser extreme Medikamentenmissbrauch konnte dem jungen Österreicher nie seinen Lebenstraum erfüllen und endet mit einer Nachricht von Andys größtem Vorbild, Arnold Schwarzenegger:

„Der letzte Gruß für einen Freund“

Auch wenn die Geschichte von Andreas Münzer mit einem tragischen Ende schließt, ist sie ein Teil der Arnold Classic, der nicht vergessen werden darf. Für den jungen Österreicher gab es nichts Größeres, als einmal den Wettkampf zu gewinnen, der im März 2018 seinen 30. Geburtstag feiert. Dass ein Athlet bereit ist, sämtliche körperlichen Einschränkungen auf sich zu nehmen und bis zu seinem Tod nur ein Ziel vor Augen hat zeigt auf traurige Art und Weise, wie wichtig die Arnold Classic für Bodybuilder dieser Welt ist.

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1 KOMMENTAR

  1. Andy war für mich als Natural – Bodybuilder immer und stets ein riesengroßes menschliches Vorbild. Da war ich 13 Jahre alt und mit 16 Jahren das erste Mal auf der Bühne der Nabba. Jetzt wo ich 43 Jahre bin, bin ich noch immer so motiviert für den Sport das ich ihn immernoch verstehen kann das er diesen Weg einschlug. Andy war ein guter Mensch, das Doping ist ne andere Sache.

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