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Das steckt hinter DNA-basierten Ernährungsempfehlungen!

Unsere Gene beeinflussen so ziemlich jede Funktion in unserem Körper. Die DNA spiegelt unsere Erbinformationen wider, die durch die Transkription ausgelesen und durch die Translation umgesetzt werden. So entstehen Proteine, die zum einen Strukturen wie unsere Muskulatur aufbauen oder als Hormone Signale übertragen. Wie wir wissen, spielt die Genetik eine große Rolle dabei, wie jeder Mensch individuell auf äußere Einflüsse reagiert und dazu zählt auch die Ernährung. Mit der vollständigen Entschlüsselung des menschlichen Genoms sollte es also möglich sein, spezifische Ernährungsempfehlungen abzuleiten, die uns dabei helfen, abzunehmen oder mehr Muskelmasse aufzubauen. Die Frage ist jedoch, ob diese Theorie tatsächlich in die Praxis umgesetzt werden kann.

Folgt man den Werbeversprechen der Unternehmen, die bereits versuchen, Ernährungsempfehlungen aus den Genen eines Menschen abzuleiten, sollte man in der Lage sein abzunehmen, solange man sich an die Nahrungsmittel hält, die der eigenen DNA entsprechen. Esse man dagegen Lebensmittel, die dem Genprofil nicht entsprechen, werde man Probleme dabei haben, den Körper zu bekommen, den man sich wünscht. Eine aktuelle Studie an der Stanford University Medical School wollte es jedoch genauer wissen und überprüfte diese Theorie. [1].

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Die Studie

Die Forscher rekrutierten ganze 609 übergewichtige Männer und Frauen im Alter zwischen 18 und 50 Jahren, die mit Ausnahme ihrer Fettleibigkeit gesund waren.

Man teilte sie in folgende zwei Gruppen ein:

  • Gruppe 1: kohlenhydratreiche, fettarme Diät (High Carb, Low Fat)
  • Gruppe 2: kohlenhydratarme, fettreiche Diät (Low Carb, High Fat)

Auch wenn man eine Reihe weiterer Ernährungsformen hätte testen können, stellen Low Carb Diäten eine häufige Empfehlung der Unternehmen dar, die entsprechende Tests verkaufen. Jeder der Teilnehmer wurde dazu angehalten, weitestgehend unverarbeitete und nährstoffreiche Lebensmittel zu konsumieren sowie die Aufnahme von Zucker und Transfettsäuren zu minimieren. Man unterrichtete sie ebenfalls, wie man eine erfolgreiche Diät unter den Vorgaben erstellt, da sie die gesamte Diät über ein Kaloriendefizit einhalten sollten.

In den ersten beiden Monaten sollten die Teilnehmer der Gruppe 1 nicht mehr als 20 Gramm Fett pro Tag essen, wohingegen Gruppe 2 nicht mehr als 20 Gramm Kohlenhydrate aufnehmen sollte. Anschließend war es ihnen erlaubt, die strikten Vorgaben etwas zu lockern, um die Diät ein ganzes Jahr lang durchhalten zu können. Die große Teilnehmerzahl sowie der Zeitraum der Intervention deuten auf eine sehr große statistische Power dieser Untersuchung hin. Dies war aber keine der bereits vielfach vorhandenen Studien, die High und Low Carb Diäten miteinander verglichen.

Stattdessen wollten Forscher zwei große Fragen beantworten:

  1. Kann man die am besten geeignete Diät auf Grundlage der DNA bestimmen?
  2. Kann man die am besten geeignete Diät auf Grundlage der Insulinsensitivität bestimmen?

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Darüber hinaus analysierten die Forscher die Insulinsensitivität der Teilnehmer, die teilweise durch die DNA mitbestimmt, zum anderen durch Umweltfaktoren, wie beispielsweise Ernährung und Bewegung, beeinflusst wird [2]. Insulin ist ein Hormon, welches vorrangig dafür sorgt, dass die aufgenommenen Kohlenhydrate in die Zellen eingeschleust werden und damit den Blutzuckerspiegel senken. Je insulinsensitiver man ist, desto weniger Insulin ist nötig, um eine gegebene Menge an Kohlenhydraten zu verarbeiten.

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Nicht selten wird behauptet, dass Personen mit einer besseren Insulinsensitivität mehr Kohlenhydrate essen können und dennoch Gewicht verlieren, wohingegen Low Carb Diäten bei einer schlechteren Insulinsensitivität effektiver seien. Auch hierzu wurden die Männer und Frauen ohne ihr Wissen kategorisiert. Anschließend stellten die Forscher sicher, dass sich in allen Gruppen genügend Personen mit einem besseren und schlechteren Genotypen sowie einer besseren und schlechten Insulinsensitivität befanden.

Die Ergebnisse

Am Ende machten weder die Genetik noch die Insulinsensitivität einen Unterschied bei der Gewichtsabnahme der Teilnehmer. Innerhalb eines Jahres verloren beide Gruppen im Schnitt etwa fünf bis sechs Kilogramm Körpergewicht. Zwar nahm die Low Carb Gruppe geringfügig mehr ab, doch war der Unterschied am Ende statistisch nicht signifikant.

Der Unterschied in der Gewichts- und Körperfettabnahme der beiden Gruppen war statistisch nicht signifikant [1].
Wie man sehen kann, waren die Ergebnisse mehr oder weniger identisch. Beide Gruppen wiesen ebenfalls die gleiche Rate an Erfolg und Misserfolg auf. Manche Personen verloren etwa 30 Kilogramm, wohingegen andere zehn Kilogramm zunahmen. Auch wenn die Einhaltung der Richtlinien bezüglich der Makronährstoffverteilung sehr gut war, konnten einige Teilnehmer scheinbar kein Kaloriendefizit aufrechterhalten. Im Durchschnitt aß die Low Carb Gruppe rund 130 Gramm Kohlenhydrate täglich, wohingegen die Low Fat Gruppe im Schnitt etwa 60 Gramm Fett pro Tag aufnahm.

Die interessanteste Schlussfolgerung der Forscher war jedoch, dass die genetischen Voraussetzungen und die Insulinsensitivität keinen Unterschied bei der Gewichtsabnahme machten. Personen, die theoretisch gesehen dazu in der Lage waren, größere Mengen Kohlenhydrate zu verarbeiten, verloren mit einer High Carb Diät genauso viel Gewicht wie mit einer Low Carb Diät. Das Gleiche konnte bei Probanden beobachtet werden, die in der Theorie mit weniger Kohlenhydraten umgehen sollten. Womöglich klingt das im ersten Moment überraschend, doch decken sich diese Resultate mit den Beobachtungen zahlreicher Studien, die über die Jahre kohlenhydratarme und kohlenhydratreiche Ernährungen verglichen haben [3, 4, 5].

Alle Diäten funktionieren auf gleiche Weise – sie induzieren ein Kaloriendefizit!

Welche Diät für einen persönlich am besten funktioniert, hängt also immer noch von der persönlichen Präferenz ab. Eine Ernährungsform kann noch so gut zu der eigenen Genetik passen. Lässt sich mit ihr kein Kaloriendefizit über den gesamten Zeitraum durchhalten, wird man keine Erfolge feiern. Solange man eine Diät wählt, die man einhalten kann, wird man Gewicht verlieren, egal welche Nahrungsmittel man dabei konsumiert. Das war auch in der vorliegenden Studie der Fall. Die Personen, die das meiste Gewicht verloren, waren diejenigen, die das Kaloriendefizit am besten aufrechterhalten konnten, wohingegen die Teilnehmer zunahmen, die mehr Kalorien aßen, als sie verbrannten.

Fairerweise muss man sagen, dass sich die Forscher in der Studie lediglich drei Gene ansahen. Es ist möglich, dass andere Vertreter oder biologische Faktoren einen besseren Indikator dafür darstellen, welche Diät für eine Person am besten geeignet ist. Bisher fehlen dafür allerdings wissenschaftliche Beweise. Auch die Anbieter der angesprochenen Selbsttests analysieren bestenfalls eine Handvoll Gene und besitzen damit im Vergleich zum gesamten Genom eine geringe Aussagekraft.

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Neben dem Körpergewicht und dem Körperfettanteil erhoben die Forscher einige weitere Messgrößen, darunter auch den Taillenumfang, den Blutdruck, den Nüchternblutzucker sowie den Nüchtern-Insulinspiegel. Auch hier konnte ein ähnlicher Rückgang der Werte ohne statistisch signifikanten Unterschied beobachtet werden. Der einzige deutliche Unterschied bestand in den Blutfettwerten. In der Low Carb Gruppe stieg sowohl der Spiegel des HDL- als auch des LDL-Cholesterins stärker an als in der Low Fat Gruppe. Auf der anderen Seite verringerten sich die Triglycerid-Werte in der Low Carb Gruppe etwas stärker, was auf eine leicht bessere Herz-Kreislauf-Gesundheit hindeutet. Grund dafür ist wahrscheinlich die höhere Aufnahme gesundheitsförderlicher Fettsäuren. Auch hier war der Unterschied jedoch marginal.

Fazit

Die vorliegende Studie untermauert die wohl wichtigste Regel bei der Findung der passenden Ernährungsform, nämlich dass sie so aufgebaut sein muss, um eingehalten werden zu können. Auch wenn die Idee einer Diät basierend auf der DNA oder der Insulinsensitivität sehr verlockend erscheint, gibt es bisher keine Beweise, dass dieses Vorgehen einen Vorteil erbringt. Die wichtigste Triebgröße, die über die Zu- und Abnahme von Körpergewicht entscheidet, ist und bleibt die Kalorienbilanz. Solange der Proteinbedarf und eine gewisse Grundmenge an Nahrungsfett gedeckt ist, um den Hormonhaushalt aufrechtzuerhalten und essenzielle Fettsäuren zu liefern, scheint es für den Fettverlust irrelevant, mit wie vielen Kohlenhydraten man die verbleibenden Kalorien auffüllt.

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Primärquelle:
Armistead Legge: „Research Review: Are DNA-Based Diets the Best Way to Lose Weight?“, Legion-Athletics.com

Literaturquellen:

  1. Gardner, Christopher D., et al. „Effect of low-fat vs low-carbohydrate diet on 12-month weight loss in overweight adults and the association with genotype pattern or insulin secretion: the DIETFITS randomized clinical trial.“ Jama 319.7 (2018): 667-679.
  2. Brown, Audrey E., and Mark Walker. „Genetics of insulin resistance and the metabolic syndrome.“ Current cardiology reports 18.8 (2016): 75.
  3. Bueno, Nassib Bezerra, et al. „Very-low-carbohydrate ketogenic diet v. low-fat diet for long-term weight loss: a meta-analysis of randomised controlled trials.“ British Journal of Nutrition 110.7 (2013): 1178-1187.
  4. Johnston, Bradley C., et al. „Comparison of weight loss among named diet programs in overweight and obese adults: a meta-analysis.“ Jama 312.9 (2014): 923-933.
  5. Hall, Kevin D., et al. „Energy expenditure and body composition changes after an isocaloric ketogenic diet in overweight and obese men.“ The American journal of clinical nutrition 104.2 (2016): 324-333.
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