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Was man über Berberin wissen muss

Berberin: Manch einer spricht von diesem knallgelben Pflanzenstoff auch als „Training in der Dose“. Besser gesagt werden einige Supplements mit dem Alkaloid auf jene Art und Weise vermarktet. Dass es sich dabei um eine Übertreibung handelt und damit sogar versucht wird, den einen oder anderen Verbraucher hinters Licht zu führen, sollte den allermeisten Personen klar sein. Doch Berberin ist klinischen Studien zufolge alles andere als unwirksam und kann sowohl bei Sportlern als auch bei Otto Normal Menschen positive Auswirkungen auf die Gesundheit haben!

Bei Berberin haben wir es mit einer Substanz zu tun, die in vielen verschiedenen Pflanzen gefunden werden kann. Dazu zählen unter anderem die Berberitze, das Ceylonische Colomboholz und die Orangenwurzel. In Studien hat es beweisen können, dass es durchaus wirksam ist, wenn es um die Regulierung des Blutzuckers, die Gewichtskontrolle, die Magen-Darm-Gesundheit oder auch das Verhindern von Krebs geht. Bislang wurden 2800 Untersuchungen zu Berberin durchgeführt, von denen sich ein Großteil auf die Effekte auf Diabetes Typ 2 konzentrierten. Es scheint nämlich so zu sein, als könnte die Verbindung mit Metformin, einem verschreibungspflichtigen Medikament, mithalten und dem Arzneistoff in Bezug auf Blutzucker- und Blutfettwerte durchaus Konkurrenz machen. Wie Berberin das Ganze anstellt, ist eine gute und berechtigte Frage!

AMPK

AMPK (AMP-aktivierte Proteinkinase) ist ein Enzym, das verantwortlich für die Aufrechterhaltung der Energiebilanz in Zellen ist und dabei hilft, die Blutzuckerwerte im Gleichgewicht zu halten. Auch die Blutfettwerte und die Energielevel hält es ausgeglichen.

Schaltet man AMPK aus, ist dies mit Katabolismus oder einem „Zerfallmodus“ gleichzusetzen. Es können dabei beispielsweise Symptome des metabolischen Syndroms auftreten, wozu hoher Blutzucker, Energieungleichgewichte, schlechte Blutfettwerte und Anzeichen für Diabetes gehören. Wenn du dich in einer katabolen Phase befindest, baust du logischerweise keine Muskulatur auf und regenerierst auch nicht ausreichend, worunter die gewünschten Muskelzuwächse natürlich leiden.

Berberin ist ein Pflanzenstoff, der laut Studien ähnliche Effekte wie das verschreibungspflichtige Medikament Metformin auslösen soll.

Sobald man AMPK aber anschaltet, wird der Anabolismus oder „Aufbaumodus“ aktiviert. Im Zuge dessen werden die Blutzuckerwerte gesenkt, die Blutfettwerte normalisiert, die Energieleistung verbessert und die Symptome von Diabetes verringert. Die Zellen werden sozusagen in den Muskelaufbaumodus versetzt und Berberin scheint AMKP tatsächlich anzuschalten.

Einige Studien

In Reagenzgläsern: Hier konnte Berberin zeigen, dass es bestimmte Gene beeinflusst, die den Stoffwechsel regulieren. Es gibt gewisse Gene, die nach ihrer Aktivierung die adaptive Thermogenese oder die „Verlangsamung des Stoffwechsels“ auslösen können. Durch die Einnahme von Berberin kann dies anscheinend gezügelt und die Fähigkeit der besagten Gene, der Figur größeren Schaden zuzufügen, wohl reduziert werden.

An Ratten: Ein Teil einer Studie beschäftigte sich damit, dicke und faule Ratten durch die Administration von Berberin ins komplette Gegenteil zu wandeln. Tiere, denen die Substanz verabreicht wurde, verloren im Vergleich mit der Kontrollgruppe, die kein Berberin bekam, signifikante Mengen an Gewicht. In einer weiteren Tierstudie konnte gezeigt werden, dass Berberin die Blutzuckerwerte im gefasteten Zustand verringerte und gleichzeitig die Glukosetoleranz verbesserte.

An Menschen: Es wurde eine Studie mit 36 Menschen durchgeführt, die unter Diabetes Typ 2 leiden. Die Forscher teilten die Probanden dafür in zwei Gruppen ein und führten ein dreimonatiges Experiment durch. Eine Gruppe nahm Metformin, die andere Berberin. Die Effekte des Pflanzenstoffs konnten es dabei mit denen des Medikaments aufnehmen. Berberin verbesserte parallel sogar noch den Fettstoffwechsel.

Während einer weiteren Untersuchung wurden 60 Menschen mit Diabetes Typ 2 analysiert. Ihnen wurde Berberin verabreicht, woraufhin die frei im Blut herumschwirrenden Fettsäuren gemessen wurden. Freie Fettsäuren sind keine allzu gute Sache für die Bauchspeicheldrüse und sie werden oftmals mit Insulinresistenz in Verbindung gebracht. Berberin aber schaffte es, die Werte bezüglich der freien Fettsäuren im Blut zu reduzieren.

Die Humanstudien sind zwar beide relativ klein, aber es gibt zahlreiche mehr, die zu einem ähnlichen Schluss kommen und Berberin als ziemlich vorteilhaft erachten. Da die Zeiträume, in der einige der Studien abgehalten wurden, relativ gering waren, sind die zutage getretenen Auswirkungen der Einnahme von Berberin noch beeindruckender.

Wie man Berberin einnehmen kann

Berberin kann man sowohl über die verschiedenen Pflanzen, in denen es vorkommt, als auch über Supplements zuführen, wobei Letzteres deutlich einfacher ist. Drei mal täglich 500mg führten in einer Studie beispielsweise zu einem Gewichtsverlust von über zwei Kilo. Auch in anderen Untersuchungen wurde eine solche Menge verwendet, weshalb es unbedenklich sein sollte, damit zu starten – am besten vor einer kohlenhydratreichen Mahlzeit. Die Dosierungen von Tinkturen oder Kapseln unterscheiden sich selbstverständlich, also ist ein Blick auf das zugehörige Etikett definitiv kein Fehler. Mittlerweile findet man Berberin in zahlreichen Supplements, die man als sogenannte „Nutrient Partitioner“ bezeichnet. Diese sollen dabei helfen, die zugeführten Kohlenhydrate in die Muskulatur zu schleusen. 

Bei manchen Personen konnte durch die Einnahme von Berberin gastrointestinale Probleme beobachtet werden. Diese Symptome können jedoch auch daher rühren, dass die Darmflora sich umstellt, was nicht schlecht ist und für gewöhnlich auch nicht allzu lange anhält. Sollten die Magen-Darm-Beschwerden bestehen bleiben, empfiehlt sich eine Reduktion der Dosierung auf 300mg pro Einzeldosis!


Quelle: t-nation.com/supplements/tip-what-you-need-to-know-about-berberine
Referenzstudien:
Dr. Jacob Schor, „Clinical Applications for Berberine: Potential therapeutic applications in metabolic syndrome, type 2 diabetes, and dyslipidemia“, Natural Medicine Journal 4 (2012)
Yun Lee et. al., „Berberine, a Natural Plant Product, Activates AMP-Activated Protein Kinase With Beneficial Metabolic Effects in Diabetic“, Diabetes 55 (2006).
Jun Yin et. al. „Efficacy of Berberine in Patients with Type 2 Diabetes“, Metabolism 57 (2008)

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7 KOMMENTARE

  1. Hallo, das alles hört sich gut an, ich bin diabetiker typ 2 und nahme 2×850 mg Metformin.
    Kann ich dazu zusätzlich Berberin nehmen.
    M.f.G.

  2. Hallo, das hört sich ja alles recht gut an, aber kann ich 73 Jahre, mit Diabetis Typ 2, anstelle von Metformin 2 x 500, 2 x Berberin 500 nehmen ? Ich wiege 73 Kg. bei einer Körpergröße vo 1,63 m . Ich trainiere 2 x pro Woche mit Hanteln u. Expander. Ich will allerdings kein Muskelprotz werden. Meine Frage ist : Worauf muss ich achten ? Oder soll ich statt 2x , 3x Berberin pro Tag nehmen, praktisch nach jeder Mahlzeit ? Ich würde mich über eine Prognose, bzw. unverbindliche Einschätzung von Ihnen Freuen ! MfG. Bernd Neuss

    • Hi Bernd

      Wir sind keine Ärzte und können dir deshalb keine verbildliche Aussage geben.
      Metformin ist ein wirksames und relativ sicheres Medikament. Wenn du es dennoch versuchen möchtest würde ich mich vorsichtig herantasten und es erst nach und nach ersetzen und dabei den Blutzucker genau im Auge behalten.
      Ein Muskelprotz wirst du allein durch Berberin sicherlich nicht.

      Beste Grüße

  3. Ich nehme 2 mal 500 mg Glucophage und momentan 1 Kapsel 250mg Berberin reicht das oder besser 500mg Berberin?

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