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Verbale Ohrfeigen: Bodybuilder und Intensivpfleger stellt Gesundheitspolitik an den Pranger!

Auch wenn Bodybuilder meist mit dem Klischee behaftet sind, sie seien oberflächlich und würden sich lediglich auf ihren Körper fokussieren, anstatt sich mit ernst zu nehmenden Themen in der Gesellschaft zu befassen, so hat Ricardo Lange, der nicht nur Kraftsportler, sondern auch Intensivpfleger ist, mit seinem Auftritt bei der Bundespressekonferenz am vergangenen Donnerstag das Gegenteil bewiesen. Gesundheitsminister Jens Spahn, der bereits seit Beginn des Lockdowns predigt, dass Ärzte und Pflegekräfte am Ende ihrer Kräfte seien, hatte Ricardo nämlich eingeladen, gemeinsam neben ihm und RKI-Chef Lothar Wieler einen Platz auf dem Podium einzunehmen.

Berichten zufolge habe sich Lange bei Spahn gemeldet, nachdem sich der Politiker einer öffentlichen Auseinandersetzung mit Schauspieler Jan Josef Liefers hinsichtlich der Aktion #allesdichtmachen unterzogen hatte. Dabei habe er angeregt, dass auch die Lage auf den Intensivstationen bei der Debatte um das Ausmaß der vorherrschenden Corona-Maßnahmen diskutiert werden müsse. Der Gesundheitsminister teilte diese Ansicht, hatte aber vermutlich nicht damit gerechnet, dass er bei diesem Gespräch die eine oder andere verbale Ohrfeige einstecken würde.

Herr Spahn leitete die Konversation mit den Worten „Ärzte und Pflegekräfte arbeiten seit Monaten, spätestens seit Beginn der zweiten Welle am Anschlag in vielen Intensivstationen“ ein und auch Wieler freute sich darüber, dass jemand anwesend sei, der die aktuelle Situation täglich am eigenen Leib erlebe würde und nicht wie er nur darüber berichten könne. Doch die Freude schwand offensichtlich schnell aus den Gesichtern der beiden Männer, als Ricardo begann, Tacheles darüber zu sprechen, dass die Pflegekräfte nicht erst seit einem Jahr über ihre Belastungsgrenze hinaus arbeiten würden:

„Die Pflege arbeitet seit vielen Jahren schon am Limit, doch leider hat es bisher in diesem Umfang niemanden interessiert. Bis heute hab‘ ich noch kein schlüssiges und funktionierendes Konzept vorgelegt bekommen, was in Zukunft zum einen solche Szenarien verhindert, aber auch uns Pflegekräfte in unserer Arbeit unterstützt und ein normales Familienleben möglich macht.“

Bild: Ricardo Lange bei der Bundespressekonferenz
Ricardo Lange bei der Bundespressekonferenz

Mit der Frage, was der Pfleger denn von der aktuellen Strategie, die Pandemiekontrolle an der Auslastungsgrenze der Intensivbetten zu bemessen, halte, brachte ein Journalist den Stein so richtig ins Rollen. Daraufhin schilderte Ricardo nämlich eine ganze Reihe von Problemen auf den Intensivstationen, die nicht durch die Anzahl der Betten, denn davon gäbe es schließlich genug, sondern viel mehr durch den Personalmangel bemessen werden müssten. Im Zuge dessen ließ er verlauten, dass die Intensivstationen bereits vor Corona voll gewesen seien. Hier gebe es keinerlei Interpretationsspielraum, denn viele Kliniken seien gar nicht in der Lage, ihre Betten zu füllen, weil dafür kein Personal da sei.

Laut dem Hobby-Sportler hätte man bereits in den letzten Jahren handeln und den Personalmangel ernst nehmen müssen, denn dies hätte zu einer deutlich entspannteren Lage in der jetzigen Situation geführt. Auch von dem im letztes Jahr seitens der Regierung angekündigten Pflegebonus könnten Lange und viele andere Kollegen nur träumen, da dieser überwiegend in landeseigenen Einrichtungen erbracht worden sei. Private Kliniken hingegen würden bis dato vergebens auf die erste Auszahlung warten und er als Zeitarbeiter habe so oder so keinen Anspruch auf derartige Leistungen. Die finanzielle Spritze habe die Belegschaft aber ohnehin eher gespalten. Er persönlich würde lieber unter besseren Arbeitsbedingungen tätig sein und könne getrost auf Jubel und Beifall verzichten, der bei sinkenden Fallzahlen sowieso ausbleiben würde. Vergangenen Sommer sei das fehlende Personal in Vergessenheit geraten und wurde erst dann wieder wertgeschätzt, als die Zahlen im Herbst erneut in die Höhe stiegen. Demnach habe der Bonus seinen Sinn nicht erfüllt.

Im weiteren Verlauf versuchte der Bundesgesundheitsminister die getätigten Anschuldigungen damit zu rechtfertigen, dass bereits vor der Pandemie viel mehr für die Pflegeeinrichtungen getan worden sei als die Jahre zuvor und er persönlich Personalbemessungen eingeführt habe. Wirft man einen Blick auf Ricardos Gesichtsausdruck, so lässt sich erahnen, dass davon in der Praxis wohl nicht viel zu erkennen ist. Darüber hinaus kritisierte der aus Berlin stammende Krankenpfleger die seiner Meinung nach wirren Maßnahmen. Auch die mangelnde Impfbereitschaft führe er auf die Kommunikation von Politik und Medien zurück, da er nicht nachvollziehen könne, wie man zu diesem Zeitpunkt von Privilegien für Geimpfte sprechen könne, wenn nicht einmal ein Angebot für die gesamte Bevölkerung bestehe. Abgesehen davon solle es seines Erachtens jedem selbst überlassen sein, die für ihn richtige Entscheidung zu treffen und weiterhin seine kritische Meinung äußern zu dürfen.

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4 Kommentare

  1. Der Mann hat E… und das vor der gesamten Presseöffentlichkeit!
    Wer die Konferenz gesehen hat, war Zeuge wie Spahn und Tierarzt Wieler vom RKI regelrecht vorgeführt wurden.
    Bravo, endlich mal ein Kerl und offensichtlich auch Kraftsportler, der trotzdem er Leiharbeiter ist, und somit seinen Job durch das herrschende Meinungsdiktat in große Gefahr gebracht hat, für die Wahrheit und seine Werte gerade steht und deutlich Flagge zeigt.
    Das sollte ein nachahmenswertes Beispiel für all die Narren da draußen sein, die sich schon bald nicht mehr selber im Spiegel anschauen können.
    Mögen Ricardo Lange noch viele folgen.
    Meinen größten Respekt und meine beste Anerkennung für diesen Mut und Schneid den der Kerl der schweigenden und gehorsamen BRD gezeigt hat.

  2. Hat ab und Respekt. Eventuell könnt Ihr Ricardo Lange für einen Podcast gewinnen. Würd es gut finden mehr von ihm zu erfahren.

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