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Düstere Prognose: So viele Fitnessstudios überleben die Krise nicht?!

Auch wenn sich die Betreiber der Fitnessstudios durch die am vergangenen Samstag in Kraft getretene Bundesnotbremse mehr Klarheit gewünscht haben, wurden sie in diesem Fall erneut enttäuscht. Das geänderte Infektionsschutzgesetz beschränkt den kontaktlosen Individualsport nun ein weiteres Mal. Trainiert werden darf aktuell nur alleine, zu zweit oder mit den Mitgliedern des eigenen Hausstandes. Die Öffnungen der Sporteinrichtungen sind ab jetzt an die Entwicklung der regionalen Grenzwerte geknüpft. Dies bedeutet zwar in der Theorie, dass die Studios eröffnen dürften, sobald die Fallzahlen mehrere Tage auf einen Wert von unter 100 sinken, im Umkehrschluss jedoch heißt es auch, dass bei steigenden Zahlen der Betrieb innerhalb kürzester Zeit wieder stillstehen müsste. In der Praxis also weder realistisch noch sinnvoll. Johannes Maßen, Deutschlandchef von Fitness First und Mitglied der Initiative „Gesundheit braucht Fitness“, welche sich für eine verantwortungsvolle Wiedereröffnung von Fitnessstudios einsetzt, hat in einem Interview darüber gesprochen, wie man als Betreiber mit solch einem Rückschlag umgeht.

Auch wenn eine weitere Studie von „SafeACTiVe“, welche sage und schreibe 62 Millionen Studiobesuche in ganz Europa untersucht hat, aufzeigt, dass mit einer Infektionsrate von 0,78 die Ansteckungsgefahr in den Fitnessstudios sehr gering ist, scheint diese Tatsache für die Bundesregierung keinen ausschlaggebenden Grund für eine Wiedereröffnung zu liefern. Die Fitnessstudio-Kette Fitness First habe das Infektionsrisiko in den eigenen Lokalitäten ebenfalls untersucht und sei laut Maßen zu dem Ergebnis gekommen, dass sich die Quote in den eigenen Studios sogar gerade einmal auf 0,37 Infektionen pro 100.000 Besucher beläuft.

Angaben des Deutschlandchefs zufolge sollen zwar 60 Prozent der Mitglieder von Fitness First weiterhin ihre Beträge bezahlen, allerdings würde dies trotz eines starken Investors an ihrer Seite zu enormen finanziellen Schäden führen. Wie bereits der Arbeitgeberverband deutscher Fitness- und Gesundheits-Anlagen verkündete, seien die ausbleibenden Neukunden das größte Problem, mit dem die Betreiber derzeit konfrontiert werden. Laut Johannes Maßen seien Schwankungen der Mitgliederzahlen zwar nicht untypisch in dieser Branche, doch solche Einbußen würden in der Regel durch neue Mitgliedschaften ausgeglichen. Während die Fixkosten der Betriebe im Gegensatz zu den Kunden nicht ausbleiben, seien die Inhaber dazu gezwungen, die anfallenden Kosten mit 25 bis 30 Prozent weniger Mitglieder zu kompensieren – wirtschaftlich gesehen eine erhebliche Misere.

Titelbild: So viele Mitglieder kündigen ihren Fitnessstudio-Vertrag

Schlechte Perspektive: So viele Mitglieder kündigen ihren Fitnessstudio-Vertrag?!

Während Fitness-YouTuber wie Pamela Reif im Zuge der Pandemie alles andere als rote Zahlen schreiben und man dem Nachbarn im oberen Stockwerk beim Hampeln zuhören kann, haben Fitnessstudiobetreiber in der aktuellen Zeit kaum einen Grund zur Freude. Leere Räumlichkeiten, Kurzarbeit sowie eine Bedrohung der Existenz, und das bereits seit vielen Monaten. Immer lauter werden die […]

Erschreckende Zahlen, wenn man sich vor Augen führt, dass es sich bei Fitness First um eine große Kette handelt, die der Life-Fit-Gruppe des Finanzinvestors Oaktree angehörig ist. In Zuge dessen kann man sich ausmalen, wie es den kleineren Fitnessstudio-Besitzern wohl ergehen mag. Wen es letztendlich schneller treffen wird, sei Johannes Maßen zufolge aber schwer abzuschätzen, denn wenn man die USA als Beispiel anführt, wird deutlich, dass auch große Ketten wie das Gold’s Gym, welche den Betrieb schon letztes Jahr zum Teil einstellen mussten, schneller verschwinden könnten als gedacht. In Amerika habe ihm zufolge jedes dritte Studio aufgrund der Pandemie bereits Insolvenz angemeldet, daher würde er hierzulande von ähnlichen Zahlen ausgehen.

In den vergangenen Wochen klagten zahlreiche Kollegen aus diesem Geschäftszweig über die zugesicherten Gelder vom Staat, die allerdings entweder verspätet oder bis dato gar nicht eingetroffen sein sollen, so auch der Geschäftsführer. Maßen zufolge stehe die Mehrheit der finanziellen Hilfe noch aus. Diese würden die vorherrschenden Probleme bei einer Industrie, dessen Geschäftsmodell auf einem Abonnement basiert, aber ohnehin nicht lösen. Die Fitnessbranche würde Jahre brauchen, um die Mitgliederzahlen auf das Level zu bringen, welches vor der Pandemie geherrscht hat.

„Pro Mitglied, das fehlt, geht es um 24 Monate. So lange laufen die Verträge ja meistens. Und hinzukommt: Auch wenn wir wieder öffnen dürfen, sind wir angesichts der dann geltenden Beschränkungen von einem normalen Betrieb noch weit entfernt. Wir plädieren daher bei der Politik für eine langfristige Unterstützung.“

Wie es nach der Pandemie weitergeht, bleibt also nicht nur hinsichtlich der finanziellen Lage offen, sondern auch in Bezug auf die mögliche Privilegierung der Geimpften, welche ohne hin bereits debattiert wird. Maßen selbst lässt an dieser Stelle verlauten, dass er sich als Geschäftsführer selbstverständlich an das Gesetz halten würde, jedoch ausdrücklich davor warnt, in eine Zwei-Klassen-Gesellschaft abzudriften. Er möge sich keineswegs in der Position befinden, dass er eine geimpfte Person einem Stammkunden vorziehen müsse, wenn es darum gehe, das Training in seinen Studios zu absolvieren. Auch hinsichtlich der Outdoor-Fitnessstudios zeigt sich Johannes Maßen skeptisch. Sie würden zwar ähnliche Konzepte als Notlösung in petto haben, allerdings würden hierbei Aufwand und Ertrag nicht gerade in einer plausiblen Ratio zueinander stehen. Viel wichtiger sei es seiner Meinung nach, die Politik weiterhin davon zu überzeugen, die Studios wieder zu eröffnen, so Maßen gegenüber dem Tagespiegel.

Bild: Fitnessstudio
Johannes Maßen, Geschäftsführer von Fitness First, äußert sich in einem Interview zur aktuellen Lage der Fitnessstudios.
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4 KOMMENTARE

  1. ohoh wie groß wird die wut aller sein wenn sie es endlich merken und verstehen werden das es einen gefährlichen virus nie gegeben hat

    in diesem sinne

  2. hallo Patrik ob rund oder scheibe merke dir meinen kommentar gut denn anscheinend wirst auch du zu den wütenden gehören :))

    beste grüße

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