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„Verkaufe dein Problem“: Legal Tech Firma will Fitnessstudio-Beiträge erstatten?!

Eine weitere Woche ist vergangen und hinsichtlich der Zukunftsprognosen für die Wiedereröffnung der Fitnessstudios sieht es in einigen Städten leider nach wie vor etwas düster aus. Auch wenn mancherorts unter strengen Auflagen wieder trainiert werden darf, scheint dies nach wie vor keine Garantie dafür darzustellen, dass es auch in den nächsten Wochen so bleiben wird. Abhängig von den vorherrschenden Inzidenzwerten können eingeleitete Öffnungsschritte nämlich durchaus wieder rückgängig gemacht werden, was im Umkehrschluss bedeutet, dass viele Betreiber weiterhin ums Überleben kämpfen müssen.

Das letzte Mal ein Fitnessstudio von innen gesehen haben viele von uns vermutlich im November des vergangenen Jahres. Nichtsdestotrotz scheint es Angaben der Betreiber zufolge nach wie vor zahlreiche treue Mitglieder zu geben, die nicht davon absehen, ihre Fitnessstudio-Beiträge zu bezahlen. Allerdings gibt es berechtigterweise aber auch jene, die nicht mehr bereit sind, für die monatlichen Kosten aufzukommen. Schließlich haben sie bis dato häufig keinerlei Entschädigung dafür erhalten.

Dass derartig lange Schließungen aus wirtschaftlicher Sicht verheerende Folgen nach sich ziehen, steht außer Frage. Doch so richtig bewusst wird das Ausmaß erst, wenn man einen Blick auf die aktuellen Zahlen wirft. Laut DSSV-Präsidentin Birgit Schwarze stelle die Stilllegung des Betriebs für einen Monat einen Verlust dar, für dessen Ausgleich es ein Jahr bedürfe. Angaben des Arbeitgeberverbands deutscher Fitness- und Gesundheits-Anlagen zufolge belaufe sich der finanzielle Nachteil für das Jahr 2020 auf insgesamt 865 Millionen Euro.

Bild: Fitnessstudios aufgrund von Corona geschlossen
Das Legal Tech Unternehmen „RightNow“ will Kunden ihre Fitnessstudio-Beiträge erstatten.

Gemäß weiterer Prognosen werde dieser Wert in den kommenden zwei Jahren um einiges ansteige, was die Betreiber demnach vor eine noch größere Herausforderung stellt. Darüber hinaus habe eine Auswertung des Kündigungsdienstleisters „Aboalarm“ ergeben, dass 72 Prozent der Ex-Mitglieder nicht mehr zurückkommen wollen, was umgerechnet drei von vier Kunden entspreche und dafür sorge, dass bei den Gym-Inhabern die Alarmglocken läuten.

Doch während sich zwei streiten, freut sich bekanntlich der Dritte: In diesem Fall ein deutsches Legal Tech Unternehmen namens „RightNow“. Das Geschäftsmodell dieser Firma basiere darauf, die entstandenen Rechtsansprüche eines Konsumenten abzukaufen und ihnen im Anschluss einen Großteil ihrer Erstattungsansprüche auszuzahlen. Nachdem sich dieser Dienstleister in der Vergangenheit auf Facebook – oder Mastercard-Datenpannen spezialisiert hatte, nutzte das in Düsseldorf und Berlin ansässige Unternehmen allem Anschein nach nun die Gelegenheit, auch Fitnessstudio-Beiträge in sein Portfolio aufzunehmen.

Wie man der Website von RightNow entnehmen kann, setze sich der Anbieter so für Fairness bei den großen Fitness-Ketten ein und wolle damit überzeugen, dass Online-Angebote keineswegs mit einem normalen Training vor Ort zu vergleichen seien und somit auch eine Abbuchung des vollen Beitrags nicht rechtfertigen würden. Des Weiteren komme hinzu, dass nicht jeder in seinem Eigenheim über ausreichend Platz oder die benötigte Ausstattung verfüge.

Um den Erstattungsanspruch geltend zu machen, solle man lediglich einen Zahlungsnachweis über die geleisteten Fitnessstudio-Beiträge vorlegen und anschließend nach einer Prüfung ein unverbindliches Angebot zum Verkauf des Anspruches zu erhalten. Im Falle einer Zustimmung müsse man im nächsten Schritt eine Abtretungserklärung unterzeichnen und dann nur noch auf den Zahlungseingang des Unternehmens warten. Der Vertrag mit dem Fitnessstudio bleibe davon unberührt und der gesamte Vorgang sei von jeglichem Risiko befreit.

Bild: Fitnessstudio-Beiträge werden trotz Lockdown bezahlt.
Trotz Lockdown zahlen einige Mitglieder weiterhin ihre Fitnessstudio-Beiträge.
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1 KOMMENTAR

  1. … von jedem Risiko befreit würde ich nicht unterschreiben. Werden die Forderungen an einen Dritten abgetreten gehen die Rechte an ihn über. Ein Beispiel: Der Studio-Vertrag kostet 25 Euro monatlich. Ich habe 6 Monate bezahlt ohne trainieren zu können. Damit können a) Forderungen in Höhe von 150 Euro entstehen oder b) das Recht 6 Monate am Ende des Vertrages anzuhängen.
    Verkaufe ich meine Forderung habe ich keine Möglichkeit mehr meine Rechte z.B. auf die 6 Monate durchzusetzen. Im schlimmsten Fall zahlt „RightNow“ mir 50 Euro und ich bin raus. Es kann sich also nur für die Jenigen lohnen, die tatsächlich nicht mehr das Studio besuchen möchten, oder wirklich auf dieses Geld angewiesen sind.
    RightNow wird nur Forderungen kaufen, die gegenüber Studios mit guter Bonität bestehen. Im Falle einer Insolvenz hätten sie sonst mit Zironen gehandelt.

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