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Dilettantisches Vorgehen: Deshalb wird professionelles Bodybuilding nicht ernst genommen!

Obwohl die Athleten in der Wettkampfvorbereitung teilweise bis ans äußerste Limit gehen, wird dem Bodybuilding häufig fehlende Professionalität vorgeworfen. Dass Außenstehende selbst weltweit agierende Verbände wie die IFBB Pro League nicht wirklich ernst nehmen, liegt jedoch keineswegs an den Personen auf der Bühne, sondern beruht vielmehr auf den Abläufen im Hintergrund, die nur selten eine öffentliche Dokumentation erfahren. Glücklicherweise gibt es aber ein ziemlich aktuelles Beispiel, das mit der Kamera festgehalten wurde und den angesprochenen Sachverhalt besser nicht hätte widerspiegeln können.

In einem Video von RepOne, das Ende letzter Woche beim Yamamoto Cup entstanden ist, werden unter anderem Szenen vom Messen und Wiegen der teilnehmenden Athleten gezeigt. Zum besseren Verständnis: Mit der Classic Physique gibt es seit geraumer Zeit eine Klasse, in der für jeden Starter ein anhand seiner Körpergröße festgelegtes Gewichtslimit existiert. Deshalb muss beispielsweise David Hoffmann vor dem jedem Wettkampf den obligatorischen Schritt auf die Waage absolvieren. Dass hierfür statt geeichten zumeist minderwertige Geräte aus dem nahe gelegenen Supermarkt verwendet werden, stellt lediglich eine Randnotiz dar, die dennoch nebenbei erwähnt werden sollte.

Wie es der Zufall so will, ist David Hoffmann eine der Personen, die sich bezüglich der Körpergröße in einem Grenzbereich befinden. Je nachdem, wann und wie exakt er vermessen wird, fällt dementsprechend das Gewicht aus, das der deutsche IFBB Pro auf die Waage bringen darf. Dass die offiziellen Helfer vor Ort das Ganze allerdings nicht immer mit maximaler Akribie angehen, sehen wir auch im unten eingebetteten Video. Es scheint fast schon so, als würde der tonangebende Mann den Bodybuilder fragen, wie groß er denn sein möchte. Als im nächsten Moment offensichtlich irgendetwas nicht hinhaut, erfolgen nach einer kurzen Rücksprache die nächsten Messversuche und Hoffmann wird sozusagen durchgewunken. Was nicht passt, wird passend gemacht“ ist der Satz, der zumindest uns dabei als Erstes in den Kopf schießt.

Yamamoto Cup 2019: David Hoffmann wird vor dem Wettkampf vermessen.

Das ist selbstverständlich kein Affront gegenüber David Hoffmann, der sich zugegebenermaßen in einer misslichen Lage befindet. Wird der derzeit von ESN gesponserte IFBB Pro einen Millimeter zu klein gemessen, muss er strenggenommen gute vier Kilogramm abwerfen, um überhaupt teilnehmen zu dürfen. Die Athleten peilen aber in ihrer Vorbereitung für gewöhnlich ein gewisses Gewicht an, was es an Tag X nahezu unmöglich macht, so viele Pfunde in kürzester Zeit purzeln zu lassen. Der Wettkampf wäre gelaufen, das wissen auch die Helfer vor Ort, die demzufolge ebenso keinen leichten Job haben.

Beim Mr. Olympia 2018 durfte David Hoffmann zum Beispiel nur höchstens 230 Pfund wiegen, wohingegen er in diesem Jahr etwas größer gemessen wurde und damit zehn Pfund mehr Spielraum hatte.

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Die Brisanz dieses Themas steigt weiter, wenn man sich im Vergleich ansieht, wie bei anderen Startern derselben Klasse vorgegangen wird. Kurz vor David Hoffmann wurde nämlich Breon Ansley vermessen. Der zweimalige Olympia-Sieger der Classic Physique bekommt aufgrund seiner nach obenhin ausladenden Haarpracht, die hier zum Teil mit zur Körpergröße gezählt wurde, einen gewissen Vorteil zugesprochen. Wenn sich derartige Fehltritte von offizieller Seite häufen, dann ist natürlich klar, dass regelmäßig Teilnehmer bevorteilt und benachteiligt werden.

Warum die IFBB Pro League nicht jeden Athleten einfach ein Mal richtig vermisst und das Ergebnis daraufhin in einen Pass oder in eine zentrale Datenbank einträgt, bleibt uns ein Rätsel. So wüssten immerhin speziell die Kandidaten in den Grenzbereichen bereits vor ihrer Vorbereitung, wie viel sie beim Wettkampf wiegen dürfen. Stattdessen wird bei jedem Event erneut das Maßband angelegt, von den oft qualitativ bescheidenen Waagen, die vor Ort zur Ermittlung des Körpergewichts Anwendung finden, ganz zu schweigen. Wenn ein Verband auf diese Weise seine Regeln umsetzt, ist die Verwunderung über den Vorwurf mangelnder Professionalität letztlich nicht nur unverständlich, sondern auch überflüssig. 

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