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Aktuelle Studie: Die Wahrheit über Testosteron und Aggression

Testosteron wird bei Mensch und Tier mit Aggression in Verbindung gebracht. Allgemein kann man sagen, je höher der Testosteronspiegel eines bestimmten Menschen oder eines bestimmten Tieres, desto höher ist dessen Aggressionslevel. Das ist zumindest die Annahme oder Behauptung, die gerne aufgestellt wird!

Das Säugetier mit dem höchsten Testosteronspiegel ist der Schwarzbär nach dem Winterschlaf mit einem beeindruckenden Wert von 6000 ng/dl. Zum Vergleich, das obere Ende beim Menschen liegt bei 1100 ng/dl. Aber führen diese absurden Mengen an Testosteron des Schwarzbären dazu, dass er aggressiver ist als andere Tiere? Jeder, der schon einmal von einem wütenden Schwarzbär angegriffen wurde, würde jetzt ganz laut „Ja verdammt“ schreien.

Die Dinge werden allerdings ein wenig schwammiger, wenn wir über andere Spezies reden. Verglichen mit den mutmaßlichen Testosteronspiegeln von bestimmten Salamandern und Fröschen, tragen Bären kleine pinke Ballerinaröckchen und hüpfen durch den Wald, träumend davon in Schwanensee zu tanzen. Das ist schon ziemlich schräg, wenn man sich einen Bär vorstellt, der als Schwan kostümiert ist.


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Es wird vermutet, dass diese halb an Land und halb im Wasser lebenden Kreaturen einen Testosteronspiegel zwischen 20000 und 40000 ng/dl besitzen,  was drei bis sieben Mal so hoch ist wie beim Schwarzbär, nachdem er aus dem Winterschlaf erwacht ist. Natürlich ist es nicht einfach festzustellen, ob diese abnormal erscheinenden Mengen an männlichem Sexualhormon die wechselwarmen Tiere aggressiver macht. Am Ende gibt es nicht genügend Berichte von Amphibien, die auf Campingplätzen ganze Iglo-Zelte verwüstet haben.

Aber was ist mit Menschen mit hohem Testosteronspiegel? Basieren Begriffe wie „Testosteronvergiftung“ oder „Roid Rage“ wirklich auf echten Fakten? Oder sind sie stattdessen eher verbunden mit Reaktionen, die auf subjektiven Empfindungen über Eigenschaften von testosterongeladenen Menschen in bestimmten Situationen basieren? Deutsche Wissenschaftler haben sich vorgenommen, diese Frage zu klären.

Was sie gemacht haben

Die Forscher haben 103 Männer im Alter von 18 bis 35 Jahren rekrutiert und sie in zwei Gruppen eingeteilt. Die Teilnehmer der einen Gruppe bekamen 5 g Testosteron-Gel, welches 50 mg Testosteron enthält. Die zweite Gruppe bekam ein Gel ohne Wirkstoffe. Nachdem sie das Gel verabreicht bekamen, sollten die Männer ein paar Runden am Computer spielen. Die Gewinner verdienten dabei mehr Geld als die Verlierer. Die Spieler dachten, sie würden gegen jemanden anderen aus der Studie spielen. Sie wurden sogar ihrem angeblichen Rivalen vorgestellt, der dann in einen anderen Raum gebracht wurde. In Wahrheit spielten Sie jedoch gegen jemanden aus dem Forscher-Team und dessen getunten Computer.

In manchen Runden des Spiels konnten die Spieler Geld gewinnen. In anderen verloren sie welches in unterschiedlicher Höhe. Die Spieler hatten ebenfalls die Möglichkeit, ihre Gegner zu bestrafen, indem sie ihnen eine Geldbuße auferlegten. Diese Geldstrafe brachte ihnen selbst jedoch keinen Vorteil.

Die Forscher betrachteten diese Geldstrafen als Zeichen der Aggression und wollten herausfinden, ob die Gruppe mit dem Testosteron-Gel häufiger zu diesem Mittel greift. Zugegeben, Computerspiele zu spielen und die Reaktionen der Spieler zu testen, mag nicht das dramatischste Mittel sein, um die Effekte von Testosteron auf die Aggression zu testen, aber es ist eine einfache Möglichkeit. Vielleicht wäre es aufschlussreicher gewesen, jemanden in einem Kleinwagen langsam auf der linken Spur fahren zu lassen, während er von einem testosterongeladenen BMW-Fahrer verfolgt wird und man zählt, wie oft gehupt wird, Mittelfinger gezeigt werden, gerammt wird oder Schüsse abgefeuert werden. Das Computerspiel war da jedoch etwas moralischer und weniger problematisch.

Ist die „Roid Rage“ wirklich nur ein Mythos oder ist etwas wahres dran?

Was sie herausfanden

Die Männer, die das Testosteron-Gel bekamen, „bestraften“ ihre Gegner öfter als diejenigen, die das Placebo bekamen. Seltsamerweise bestraften die Männer, die nur dachten, dass sie Testosteron bekamen, ebenfalls öfter.

Die Forscher zogen folgendes Fazit:

  • Die Gabe von Testosteron steigert das „vergeltende“ Verhalten, besonders in Situationen in der der soziale Status von Männern gefährdet ist.
  • Die Gabe von Testosteron steigert nicht die Aggression per se, aber das „Auge-um-Auge“-Verhalten. Je stärker die Provokation, desto stärker die Bestrafung. Je geringer die Provokation, desto geringer die Bestrafung.
  • Die neutrale Verarbeitung von Belohnung und Bedrohung scheint unter Testosteroneinfluss verändert zu sein.
  • Der Glaube daran, Testosteron erhalten zu haben, steigert die Frustration und führt zu einem Anstieg von aggressivem Verhalten.

Was das für uns bedeutet

Diese Studie scheint das zu bestätigen, was Männer, die in einem sehr maskulinen Umfeld leben und arbeiten (z.B. im Fitnessstudio), gesehen und/oder erlebt haben. Während Steroidnutzer oder Männer mit einem von Natur aus hohen Testosteronspiegel (ausgehend von deren Verhalten, Aussehen und Einstellungen) nicht unbedingt von vornherein Arschlöcher sind, sind sie jedoch sehr viel empfindlicher was Beleidigungen angeht.

Diese Studie gibt uns aber etwas mehr zu kauen, denn sie legt nahe, dass Männer auf Steroiden von vornherein dafür prädestiniert sind, da sie wissen, dass sie stoffen. Dieses kleine bisschen Selbstwahrnehmung ist am Ende eine sich selbst bewahrheitende Prophezeiung, die zu mehr „Arschlöchrigkeit“ führt. Wenn du also auf Testosteron oder Steroiden bist, denke immer daran, dass du der Kapitän dieses Schiffs bist. Es sind vielleicht nicht die Steroide oder das Testosteron, die dich aufführen lassen wie ein Idiot. Eventuell bist einfach du selbst das Problem.


Quelle: t-nation.com/pharma/tip-the-truth-about-testosterone-and-aggression
Referenzstudie:
Wagels, Lisa, et al. „Exogenous Testosterone Enhances the Reactivity to Social Provocation in Males.“ Frontiers in behavioral neuroscience 12 (2018): 37.

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