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Der anabole Effekt von Ajuga turkestanica

Der Hersteller ThermoLife hat mit seinem Produkt E-Bol einen Artikel im Sortiment, der vor allem durch aggressive und übetriebene Werbung auf sich aufmerksam macht. Das Supplement des amerikanischen Unternehmens enthält ein Extrakt von Ajuga turkestanica, einer Pflanze, die voll mit Ecdysteroiden ist. Aktuelle Studien an Tieren und in Reagenzgläsern haben gezeigt, dass eben dieses Pflanzenextrakt aber tatsächlich einen positiven Effekt auf die Muskulatur haben kann!

Ajuga turkestanica und Sarkopenie

Turkesteron ist kein anaboles Steroid, aber wenn man alten russischen Tierstudien Glauben schenken mag, hat das sogenannte Ecdysteroid größere anabole Effekte als zum Beispiel Methandienon, dem aktiven Wirkstoff im Dianabol. Turkesteron kommt in der Pflanze Ajuga turkestanica vor, die mit der uns bekannten Minze verwandt ist und vor allem in Zentralasien wächst.

Amerikanische Sportwissenschaftler fanden Ajuga turkestanica so interessant, dass sie auf der Suche nach Behandlungsmethoden für Sarkponie, dem altersbedingten Abbau von Kraft und Muskelmasse, die Auswirkungen des Heilkrauts an Mäusen in fortgeschrittenem Alter testeten. Ihre Studie wurde im weniger bekannten Wissenschaftsjournal European Review for Medical and Pharmalogical Sciences veröffentlicht.

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Strukturformel von Turkesteron

Die Amerikaner gaben den Labortieren über einen Zeitraum von vier Wochen täglich ein Extrakt aus Ajuga turkestanica. Die menschliche Äquivalenzdosis für einen 80 Kilo schweren Athleten läge bei 400mg pro Tag. In der nachfolgenden Grafik kann man die genaue Zusammensetzung des verwendeten Extrakts einsehen, das insgesamt zu 40 Prozent aus Ecdysteroiden bestand.

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Am Ende des Experiments untersuchten die Forscher Muskelzellen aus dem Trizeps der Mäuse und stellten dabei fest, dass die Ecdysteroide den Notch Signalweg in Gang setzten. Wenn gewisse Substanzen Stammzellen über den Notch Rezeptor aktivieren, entwickeln sich diese zu neuen Muskelzellen.

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Die Wissenschaftler fanden außerdem heraus, dass Ajuga turkestanica das Muskelwachstum über den Wnt Signalweg zu stimulieren schien.

Allgemein ist die Forschung der Meinung, dass Sarkopenie dann auftritt, wenn die Notch und Wnt Signalwege sozusagen absterben. Die Amerikaner sind deshalb der Meinung, dass die durch Ecdysteroide zustande gekommenen Veränderungen bei den Notch und Wnt Signalwegen positive Auswirkungen auf die alternde Skelettmuskulatur haben könnten.

Ecdysteroide kommen im Tierreich als Hormone (Zooecdysteroide) und im Pflanzenreich als sekundäre Inhaltsstoffe (Phytoecdysteroide) vor. Der Name dieser chemischen Verbindungen leitet sich von der Häutungshormonfunktion bei Insekten, Spinnen und Krebsen ab (Ecdysis, Häutung).

Ajuga turkestanica und Myostatin

Es gibt noch eine weitere Studie über die anabolen Effekte von Ajuga turkestanica, deren Ergebnisse 2012 in der undurchsichtigen Wissenschaftszeitschrift Chinese Medicine veröffentlicht wurden. An der Untersuchung arbeiteten Forscher des spanischen Unternehmens PoliNat, das bioaktive Extrakte auf Pflanzenbasis verkauft, zu denen auch ein Extrakt von Ajuga turkestanica gehört.

Die Forscher beobachteten, dass eine Konzentration von einem Mikromol Ajuga turkestanica in den Muskelzellen dazu führte, dass weniger Myostatin produziert wurde. Aufgrund dieser Erkenntnis wiederholten die Wissenschaftler ihr Experiment, wobei sie die Muskelzellen dieses Mal einem Mikromol Methandienon (aktiver Inhaltsstoff von Dianabol) aussetzten. Wie sich herausstellte, waren die Ecdysteroide im Vergleich mit Methandienon der effektivere Myostatinblocker.

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Es muss zum Ende hin angemerkt werden, dass Studien an Tieren oder in Reagenzgläsern natürlich nicht mit Humanstudien verglichen werden können. Was in einer Petrischale oder bei einer Maus funktioniert, muss im Umkehrschluss nicht auch beim Menschen Wirkung zeigen. Alleine aus diesem Grund kann man die Ergebnisse dieser Untersuchungen nicht auf Menschen übertragen.

Das ist jedoch nicht das einzige Problem, denn die meisten Ajuga turkestanica Extrakte, die auf dem Markt erhältlich sind, enthalten nur ungefähr zwei Prozent Ecdysteroide. Wenn man also 80 Kilo auf die Waage bringt, bräuchte man von einem solchen Extrakt nahezu acht Gramm täglich, was schon eine sehr große Menge ist!

Auch wenn es sich bei Ecdysteroiden um keine verbotenen Substanzen handelt, müssen wir dennoch darauf hinweisen, dass sie am Menschen noch nicht ausreichend getestet wurden. Eventuelle Nebenwirkungen, seien sie kurz- oder langfristig, sind deshalb noch nicht geklärt. Wir müssen also vor der Verwendung dieser Verbindungen warnen!


Quelle: ergo-log.com/the-unusual-anabolic-effect-of-ajuga-turkestanica.html
Referenzstudie: ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/25268108

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