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36 Fakten zu leistungssteigernden Substanzen (Teil 2)

Im ersten Teil der „37 Fakten zu leistungssteigernden Substanzen“ ging es unter anderem um die Nachweisbarkeitsdauer von Nandrolon, den medizinischen Einsatz von Wachstumshormonen bei starken Verbrennungen und den sowohl illegalen als auch äußerst gefährlichen Fatburner DNP, vor dem wir an dieser Stelle erneut warnen möchten. Heute stellen wir euch die nächsten zwölf Tatsachen beziehungsweise Erkenntnisse der Wissenschaft im Bezug auf anabole Steroide & Co. vor!


13.) Intensives Training und Clenbuterol führen zu Rhabdomyolyse

Viele der aktuell beliebten CrossFit Trainingsprogramme und Boot Camp Konzepte werden in Verbindung mit einem Übertraining gebracht, das ernsthaften Schaden an der Muskulatur auslösen kann. Unter Rhabdomyolyse versteht man die Muskelzerstörung durch Traumata oder exzessives Training, was darin resultieren kann, dass die Muskelbestandteile in den Blutkreislauf gelangen und nicht nur zu Nierenversagen, sondern auch zum Tod führen. Eine Studie unter der Leitung von Nicole Grimmer (Medical University of South Carolina) berichtet vom Fall eines Bodybuilder, der durch heftiges Training und die Verwendung von Clenbuterol, einem Beta-2-Agonisten mit potenziell muskelaufbauendem Effekt, eine solche Rhabdomyolyse entwickelte. Seine Creatinkinase Werte lagen bei 122.933 U/L, während Normalmengen sich ungefähr bei 171 U/L befinden sollten. Creatinkinase ist ein Marker für Muskelzerstörung. Clenbuterol steht für gewöhnlich im Zusammenhang mit Schädigungen am Herzmuskel, doch diese Fallstudie zeigte, dass auch Negativeffekte auf die Skelettmuskulatur auftreten könnten. Rhabdomyolyse, ein früher seltener Zustand, tritt aufgrund des populären High Volume Trainings bis zum Muskelversagen immer häufiger auf. Als Sportler sollte man immer daran denken, dass der primäre Sinn des Trainings eine Verbesserung von Funktionalität und dem äußeren Erscheinungsbild ist. Macho Workouts und der Konsum von Medikamenten wie Clenbuterol, die sich nachteilig auf die Zellfunktion auswirken, sind kontraproduktiv und im schlimmsten Fall sogar tödlich.

14.) Wachstumshormone stören die Anpassung des Herzens an das Krafttraining

HGH wird, wie auch beispielsweise Insulin, aus Bequemlichkeitsgründen oft mit sogenannten Pens (Stiften) verabreicht.

Das freizeitliche Training mit Gewichten verbessert die Herzfunktion, indem die Stärke der Kontraktion und womöglich auch die Größe und Kapazität der linken Herzkammer vergrößert wird. Brasilianische Forscher fanden in einer Tierstudie heraus, dass Krafttraining durch die Steigerung der Calciumtransport-Genexpression den Calciumstoffwechsel im Herz verbessert. Calcium löst die Muskelkontraktion im Herz aus, sprich höhere Konzentrationen dieses Mikronährstoffs führen zu stärkeren Kontraktionen. An Training gewöhnte Ratten, denen Wachstumshormone verabreicht wurden, erfuhren diese Positiveffekte nicht. Bei Menschen hat HGH schützende Auswirkungen auf das Herz nach einem Herzinfarkt. Exzessive Wachstumshormonwerte, wie bei Akromegalie beobachtet, führen zur Vergrößerung des Herzsmuskels und zu Herzversagen. Die Effekte zusätzlicher Wachstumshormondosen auf das menschliche Herz sind weitestgehend unbekannt.

15.) Testosteron verbessert die Körperkomposition und Blutzuckerkontrolle

Die Rezepte, auf denen Männern mittleren und gehobenen Alters Testosteron verschrieben wird, haben sich im letzten Jahrzehnt verdreifacht. Gerade in den USA sprießen Kliniken, die niedrige Testosteronwerte behandeln, nahezu überall aus dem Boden. Seit der ersten Synthetisierung des Hormons im Jahr 1934 gelten Präparate mit Testosteron jedoch als umstritten. Experten diskutieren noch immer die Risiken und Vorteile und italienische Forscher haben nun die Ergebnisse von 59 Studien in einer Meta Analyse zusammengefasst. Mit der Berücksichtigung von insgesamt mehr als 3000 Patienten (durchschnittliches Alter von 52), die eine Vielfalt an Medikamenten und Dosierungen einnahmen, konnte beobachtet werden, dass Testosteron das Körpergewicht, den Hüftumfang, den Körperfettanteil, den Blutzucker und eine mögliche Insulinresistenz senkt und dabei die fettfreie Masse erhöht. Testosteron hatte dabei keine Auswirkungen auf die Blutfettwerte (Cholesterin, Triglyzeride) oder den Blutdruck. Die Positiveffekte waren bei jüngeren Männern größer.

16.) Testosteron verursacht große Mengen reaktiver Sauerstoffspezies

Die Testosteronersatztherapie ist auf der ganzen Welt beliebt: Diverse Studien konnten einen Zusammenhang zwischen niedrigen Testosteronwerten, Herzerkrankungen und frühzeitigem Tod feststellen. Die Effekte von Testosteron auf die Herzgesundheit sind jedoch weniger klar. Einige aktuelle Studien zeigten ein erhöhtes Risiko für Herzinfarkte und Schlaganfälle bei Männern, die mit Testosteron behandelt werden, doch diese Untersuchungen werden von den meisten Hormonspezialisten heftig kritisiert. Eine Neubeurteilung von Fachliteratur, durchgeführt von brasilianischen Wissenschaftlern, kam zu dem Schluss, das der Testosteronmetabolismus hohe Mengen reaktiver Sauerstoffspezies (freie Radikale) erzeugt, die eventuell zu einer Beeinträchtigung des Herzmuskels führen könnten. Die sehr reaktiv wirkenden Verbindungen können mitunter Zellmembrane, DNA und den Herzmuskel selbst schädigen. Diese Funde werden allerdings nur von Tierstudien gestützt, deren Ergebnisse sich unter Umständen nicht auf den Menschen übertragen lassen. Viele Langzeituntersuchungen zum Thema Testosteron zeigen, dass man durch den Konsum des Hormons viele Vorteile erfährt, zu denen eine Verbesserung der Lebensqualität und die Reduktion des Risikos für ein verfrühtes Ableben gehören.

17.) Wissenschaftler entwickeln lange wirkende Wachstumshormone

Kinder und Erwachsene mit Wachstumshormonmangel bekommen im Zuge einer Therapie für gewöhnlich jeden Tag Injektionen unter die Haut (subkutan). Behandlungen dieser Art steigern die Größe (bei Kindern), verbessern die Körperkomposition, erhöhen die Knochendichte, schwächen kardivaskuläre Risikofaktoren ab und fördern sowohl die körperliche Fitness als auch die Lebensqualität. Manche Hersteller von HGH setzen auf sogenannte „Pens“, durch die sich die Bequemlichkeit täglicher Injektionen verbessert. Unglücklicherweise ist die regelmäßige Administration ein Problem, denn sie ist unpraktisch, für manche Personen schmerzhaft und in einigen Fällen sogar peinlich. Werden die Zeitpunkte zur Verabreichung jedoch nicht eingehalten, sinkt die Effektivität der Medikamente und die Gesundheitskosten steigen. Wissenschaftler arbeiten deshalb an länger wirkenden Wachstumshormonpräparaten, die sich positiv auf die Einhaltung des Medikamentenplans der einzelnen Patienten auswirken sollen.

18.) Thiaziddiuretika erhöhen den Blutzucker

Viele Bodybuilder leiden unter hohem Blutdruck und manche von ihnen werden deshalb mit Thiaziddiuretika wie Chlortalidon oder Hydrochlordiazid behandelt. Beide Medikamente senken den systolischen Blutdruck um 12mmHG. Bluthochdruck erhöht das Risiko für Herzinfarkte, Schlaganfälle, Impotenz und verfrühten Tod, was eine Therapie unerlässlich macht. Thiaziddiuretika erhöhen jedoch den Blutzucker, was die Ablagerung von Bauchfett, unnormale Blutfettferte und Diabetes Typ 2 begünstigen kann. Chinesische Forscher fanden heraus, dass die Verringerung der Dosierung dieser Medikamente den Blutzucker reduzierte, sich aber noch immer senkend auf den Blutdruck auswirkte.

19.) Testosteron beschleunigt kardiovaskuläre Erkrankungen nicht

Atherosklerose (Arterienverkalkung) schritt bei Männern mit niedrigen Testosteronwerten, die mit exogenen Hormonpräparten behandelt wurden, nicht weiter fort. Das zeigt zumindest eine Studie, die von Shalender Bhasin (Harvard Medical School) geleitet wurde. Alternden Männern (durchschnittliches Alter von 67,6) wurde über einen Zeitraum von drei Jahren entweder ein Testosterongel oder ein Placebo verabreicht. Die Dosierungen wurden so angepasst, dass die Blutwerte denen von jungen Männern innerhalb der Referenzangaben entsprachen. Die Therapie mit Testosteron führte zu keinen Veränderung bezüglich der Dicke der Koronar- oder Karotisarterien und der Calciumablagerung in Blutgefäßen. Eine Hormonersatztherapie beschleunige demnach laut Meinung der Forscher das Fortschreiten koronärer Herzerkrankungen bei alternden Männern nicht.

Testosteron (Cypionat und Enantat) gilt als Mittel der Wahl für Hormonersatztherapien.

20.) Langfristiger Konsum von Clenbuterol verringert die Muskelleistungsfähigkeiet

Einige Bodybuilder verwenden Clenbuterol, um Fett zu verlieren und Muskeln aufzubauen. Dieses Medikament gehört zur Klasse der Beta-2-Agonisten und wird eigentlich in der Behandlung von Asthma oder anderen Lungenerkrankungen eingesetzt. Studien an Menschen und Rennpferden zeigen, dass Clenbuterol die Muskelmasse erhöht und die Fettmasse verringert. Das Mittel steht jedoch bei Rennpferden in Verbindung mit Herzversagen und soll auch beim Menschen ernsthafte Nebenwirkungen haben. Eine französische Untersuchung kam zu dem Ergebnis, dass Clenbuterol zwar Hypertrophie begünstige, die Kraft sich jedoch nicht im gleichen Maß wie die Vergrößerung der Muskeloberfläche steigere. Die Kapazität des Muskels zu kontrahieren und sich zu entspannen sei reduziert, vor allem in schnell zuckenden Muskelfasern. Aus diesem Grund schlussfolgerten die Forscher, dass die chronische Verwendung von Clenbuterol in einer geringeren Muskelkontraktionseffizienz resultiert und die Fähigkeit der Muskeln zu entspannen beeinträchtigt.

21.) Nandrolon Decanoat lässt Blutgefäße im Penis schrumpfen

Das corpus cavernosum ist eine der zwei schwammartigen Regionen des erektilen Gewebes im Penis, die das meiste Blut während einer Erektion hält. Diese Strukturen verhindern die Kompression der Harnröhre, wenn das Glied erhärtet. Anabole Steroide können die Größe jenes wichtigen Blutgefäßnetzwerks verringern. Zumindest wenn man einer Tierstudie von brasilianischen Forschern der Rio de Janeiro State University Glauben schenkt. Die Wissenschaftler verabreichten Ratten wöchentlich für insgesamt zwei Monate Injektionen mit hohen Dosierungen an Deca-Durabolin (Nandrolon Decanoat). Im Vergleich mit einer Kontrollgruppe wurde die Größe vom corpus cavernosum in jüngeren Ratten um 10,9% und in älteren Ratten um 12,5% reduziert. Große Mengen anaboler Steroide können demnach strukturelle Veränderungen im Penis begünstigen.

22.) Chronischer HGH Konsum beschleunigt Alterung der Hoden

Athleten, die Wachstumshormone über einen längeren Zeitraum zuführen, könnten eventuell ihre Fortpflanzungsfähigkeit verschlechtern. Eine Studie der Pomeranian Medical University in Polen legt dies nahe. Männer können im Grunde genommen in jedem Alter Kinder zeugen, doch die Reproduktionskapazität ist als junger Erwachsener am größten. Während mittlerem und gehobenem Alter nimmt sowohl die Spermienanzahl als auch die Spermienqualität ab, wodurch die Fruchtbarkeitsraten und die genetische Qualität des Spermas sinken. Die polnischen Forscher verglichen genetisch veränderte Ratten, die große Mengen an Wachstumshormonen produzieren, mit Tieren, die normale HGH Werte aufwiesen. Waren die Ratten hohen Wachstumshormonspiegeln ausgesetzt, konnten eine beschleunigte Alterung der Hoden und Auswirkungen auf die endogene Testosteronproduktion festgestellt werden.

23.) Niedrige Testosteronwerte sind ein Risikofaktor für das metabolische Syndrom

Clenbuterol kann sich laut Studienlage nicht nur negativ auf die Herz-, sondern auch auf die Skelettmuskulatur auswirken und deren Leistungsfähigkeit verschlechtern.

Unter dem metabolischen Syndrom versteht man eine ganze Reihe an Symptomen, die im Zusammenhang mit einer beeinträchtigten Stoffwechselgesundheit stehen und unter anderem Bluthochdruck, Insulinresistenz, unnormale Blutfettwerte, Bauchfettablagerung und Diabetes Typ 2 umfassen. Wer an dieser Erkrankung leidet, hat außerdem mit einem erhöhten Risiko für Herzinfarkt, Schlaganfall und schlechte Blutzuckerregulation zu kämpfen. Französische Forscher konnten zeigen, dass niedrige Testosteronwerte ein unabhängiges Anzeichen des metabolischen Syndroms und einer ganzkörperlichen Entzündung sind. Viele aktuelle Studien stellten eine Verbindung zwischen niedrigen Testosteronwerten und koronaren Herzerkrankungen her. Die Untersuchung der Franzosen schlägt in die gleiche Kerbe, denn eine schlechte metabolische Gesundheit und Entzündung sind ebenfalls Risikofaktoren für Herzerkrankungen.

24.) Injizierbares Testosteron löst die meisten kardiovaskulären Nebenwirkungen aus

Niedrige Testosteronwerte bei alternden Männern sind gekoppelt mit verfrühtem Tod, Herzerkrankungen, erektiler Dysfunktion, Depression, verringerter Muskel- und Knochendichte und reduzierten Energieleveln. Dieser Umstand führte in den USA zu einer Lawine an Rezepten für Testosteron, die im Jahr 2013 Einnahmen von 2,4 Milliarden US-Dollar brachten. Berechnungen zufolge soll sich der finanzielle Ertrag bis 2018 noch um über ein Drittel steigern. Manche Experten sind jedoch besorgt, was die kardiovaskuläre Sicherheit von Testosteron angeht. Eine Studie, die von J. Bradley Layton (University of North Carolina) geleitet wurde, brachte zutage, dass einige Testosteronanwendungsformen sicherer sind als andere. Forscher untersuchten die kardiovaskulären Nebenwirkungen bei mehr als 500.000 Männern, die Testosteron in Form von Injektionen, Gels oder Pflastern verschrieben bekamen. Die Probanden, bei denen auf Injektionen gesetzt wurde, wiesen ein höheres Risiko für Herzinfarkt, Angina, Schlaganfall, verfrühten Tod oder einen Krankenhausaufenthalt auf. Die Studie beschäftigte sich nicht damit, ob eine Therapie mit Testosteron sich angemessene medizinische Behandlung für jeden Patienten eigne.

Anabole Steroide sind entweder verschreibungspflichtig oder überhaupt nicht mehr aus einer Apotheke zu beziehen. Derartige Substanzen ohne Rezept zu erwerben oder zu besitzen ist strafbar. Zudem kann die Verwendung sowohl kurzfristige als auch dauerhafte körperliche Schäden mit sich bringen!


Quelle: 
musculardevelopment.com/articles/chemical-enhancement/15548-chemical-enhancement-37-facts-you-need-to-know-part-2.html

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