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3,5-Diiodo-L-Thyronin (T2) – Nebenwirkungen wie normale Schilddrüsenhormone?

Wenn ihr ein wenig interessiert an den potenteren Nahrungsergänzungen auf dem Markt seid, dann habt ihr sicher schon etwas darüber gelesen oder zumindest die in diesem Beitrag behandelte Substanz in einem der aktuellen Fat Burner gesehen. Es soll um 3,5-Diiodo-L-Thyronin (T2) gehen, ein wohl zu 100 Prozent sicheres und nicht die eigene Hormonachse unterdrückendes Schilddrüsenhormon!


Während bisherige Studien an Nagetieren nur die vorteilhaften, metabolischen Effekte wie beispielsweise die erhöhte Fettsäurenoxidation oder den gesteigerten Ruheenergieverbrauch beleuchtet haben, gehen deutsche Wissenschaftler des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke in einer aktuelleren Studie auch auf die negativen Auswirkungen ein. In ihrem Experiment geht es darum, 3,5-Diiodo-L-Thyronin (T2) als Supplement zum Abnehmen oder als Medikament gegen Fettleibigkeit ohne ärztliche Aufsicht einzusetzen.

Was genau aber beunruhigt die Wissenschaftler an der Einnahme von 3,5-Diiodo-L-Thyronin (T2)? In ihrer jüngsten Studie an Nagetieren (Humanstudien sind eher rar gesäht) beobachteten die Deutschen dosisabhängige, thyromimetische Effekte von T2 bei männlichen C57BL/6J Mäusen, die ähnlich wie die von T3 (Trijodthyronin) sind.

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Abbildung 1: Die Einnahme von T2 ist nicht ohne Nebenwirkungen, denn die Konzentrationen an T3 und T4 im Blut nehmen ab.

Das steht im Kontrast zu früheren Studien, die herausgefunden haben wollen, dass T2 keinen thyromimetischen Effekt auf die Hypothalamus-Hypophysen-Schilddrüsen-Achse habe, sondern sich nur peripher auf die Erhöhung des Ruheenergieverbrauchs und die Fettoxidation auswirke. Eine Studie von Padron und Kollegen aus dem Jahr 2014 allerdings konnte ähnliches wie die Deutschen zeigen, denn hier konnte festgestellt werden, dass eine Administration von 3,5-Diiodo-L-Thyronin zu zentraler Hypothyreose führen und das Schilddrüsen empfindliche Gewebe von Ratten stimulieren könnte.

Könnte die Dosis zu hoch gewesen sein? Eventuell, aber in Anbetracht der Tatsache, dass in der Studie die Erhöhung des Gesamtenergieverbrauchs schon bei 14 Prozent der Höchstdosis ihren Höhepunkt erreichte, würde die Verwendung von weniger T2 zu nichts führen. Auf der anderen Seite zeigte eine italienische Studie mit einer Dosierung von 300mcg 3,5-Diiodo-L-Thyronin keine Effekte auf T3 und T4, wobei ein kleiner, aber signifikanter Gewichtsverlust nachgewiesen werden konnte. Man muss jedoch dazu sagen, dass sozusagen die ganze positive Forschung über T2 vom Department of Internal Medicine der University of Pisa (Italien) kommt, während alle anderen Forscher konstant negative Auswirkungen feststellen. Das erscheint schon etwas komisch…

Wie man in Abbildung 1 sieht, ist die Behauptung von keinen Nebenwirkungen zu 100 Prozent ungerechtfertigt, denn die Verabreichung von 2,6mcg T2 pro Gramm Körpergewicht (die Standardkalkulation für die Ermittlung der menschlichen Äquivalenzdosis hatte nicht funktioniert) blieb nicht ohne Konsequenzen. Die Werte der „klassischen“ Schilddrüsenhormone T4 (Thyroxin) und T3 (Trijodthyronin) in den männlichen C57BL/6J Mäusen wurden negativ beeinflusst.

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Abbildung 2: Abgenommen haben die Mäuse in der Studie trotz erhöhtem Energieverbrauch nicht, denn sie aßen aufgrund des gesteigerten Appetits mehr.

Wenn nur die Erhöhung der Fettoxidation und das Steigern des basalen Energieverbrauchs eine Rolle spielen würde, dann wäre dies mehr oder weniger egal, sofern man für immer auf T2 angewiesen sein möchte. Ansonsten müsste man nach dem Konsum einige Tage warten, bis die natürliche Produktion von Schilddrüsenhormonen wieder anspringt. Dauerhaft 3,5-Diiodo-L-Thyronin zu verwenden hat aber nicht nur vorteilhafte Auswirkungen…

Unglücklicherweise haben die deutschen Forscher herausgefunden, dass sich die hepatischen Zielgene der Schilddrüse, welche am Fettstoffwechsel beteiligt sind, wie bei einer Einnahme von T3 ebenfalls erhöht haben. Auch das Gewicht des Herzes steigerte sich signifikant nach nur 28 Tagen der Supplementation mit T2. Das war jedoch nicht alles, denn auch der Appetit wurde – typisch für eine Schilddrüsenüberfunktion – deutlich angeregt, weshalb die Mäuse mehr aßen und der Effekt des erhöhten Energieverbrauchs neutralisiert wurde.

Wir sind zwar keine Mäuse, aber das Ganze würde zumindest bedeuten, dass wir mit dem gesteigerten Hungergefühl klarkommen müssen, um von einer Anwendung mit 3,5-Diiodo-L-Thyronin zu profitieren!

Schlussbemerkung

Wie die deutschen Forscher schlussfolgern, erregen die Ergebnisse ihrer Studie Besorgnis in Bezug auf die willkürliche Verabreichung von T2 als leistungsstarkes, natürliches Hormon zur Behandlung von Fettleibigkeit oder zur erleichterten Fettverbrennung.

Das bedeutet natürlich nicht, dass man 3,5-Diiodo-L-Thyronin nicht als Fat Burner verwenden kann, denn die Substanz wirkt definitiv. Man kann jedoch erkennen, dass die Nebenwirkungen ähnlich wie bei der Verwendung von „richtigen“ Schilddrüsenhormonen wie T3 oder T4 ausfallen, welche man also ebenfalls stattdessen verwenden könnte. Diese gibt es nur nicht einfach so im Supplement Shop zu kaufen, was selbstverständlich seine Gründe hat, denn Medikamente dieser Art können verschiedene Nebenwirkungen mit sich bringen, weshalb wir vor der Verwendung von T2 zumindest warnen müssen!

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Cannibal Claw von Chaos and Pain enthält unter anderem T2 (3,5-Diiodo-L-Thyronin).

Quelle: suppversity.blogspot.de/2014/10/high-dose-35-diiodo-l-thyronine-t2-has.html

Referenzen:
Antonelli, A., et al. „3, 5-diiodo-L-thyronine increases resting metabolic rate and reduces body weight without undesirable side effects.“ Journal of biological regulators and homeostatic agents 25.4 (2010): 655-660.

Jonas, Wenke, et al. „3, 5-Diiodo-L-thyronine (3, 5-T2) exerts thyromimetic effects on hypothalamus-pituitary-thyroid axis, body composition, and energy metabolism in male dietinduced obese mice.“ Endocrinology (2014).

Padron AS, Neto RAL, Pantaleão TU, de Souza Dos Santos MC, Araujo RL, de Andrade BM, da Silva Leandro M, de Castro JPSW, Ferreira ACF, de Carvalho DP. Administration of 3,5-diiodothyronine (3,5-T2) causes central hypothyroidism and stimulates thyroid sensitive tissues. J Endocrinol. 221.3 (2014):415–27

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