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Wie beim Bodybuilding gewertet werden sollte

Wenn ihr die Bodybuilding Szene regelmäßig verfolgt, dann ist euch sicherlich auch schon das eine oder andere Mal aufgefallen, dass hier und da ein Athlet viel zu gut oder viel zu schlecht bewertet wurde. Das kommt gar nicht so selten vor und der Fehler im System ist schnell ausgemacht: Der Mensch ist das Problem!


Menschen sind viel zu anfällig für Subjektivität, als dass sie jemals ein bestimmender Faktor bei irgend einem Wettkampf sein könnten. Die Subjektivität ist eines der größten Probleme in der Bodybuilding Industrie. Der „menschliche“ Faktor bei der Bewertung gibt Zuschauern und Athleten oft das Gefühl, betrogen worden zu sein oder lässt zumindest Verwirrung in den Köpfen zurück. Bodybuilding wird relativ locker nach bestimmten Kriterien bewertet, obwohl uns dabei glauben gemacht wird, die Bewertungen seien strikt nach diesen Parametern durchgeführt worden. Der Meinung zu sein, dass die Richter keine Tendenzen und persönliche Präferenzen haben würde bedeuten, dass sie keine menschlichen Wesen sind. Um das Ganze noch schlimmer zu machen: Fan und Athlet wissen nicht, wie jeder einzelne Richter den Wettkampf bewertet hat, weshalb die Richter aus der persönlichen Verantwortung gezogen werden. In anderen Worten heißt das, die Richter können theoretisch jeden Athlet platzieren wie sie möchten, egal wie ungenau diese Platzierung in Bezug auf die eigentlich anzuwendenden Kriterien ist.

Der erste Schritt, diese Probleme zu beheben ist, die Entscheidungen von jedem einzelnen Richter öffentlich zu machen. In den meisten anderen subjektiven Sportarten können Fans und Athleten sehen, wie jeder Richter individuell gewertet hat, bevor sie dann das allgemeine Urteil mitgeteilt kriegen. So würde man sehr viel einfacher erkennen können, ob ein Richter unfair wertet. Wenn acht Richter einen Athleten zwischen Platz 12 und 10 sehen, der neunte ihn aber auf Platz 1 sieht, dann kann hier etwas nicht mit rechten Dingen zugehen. Diese Änderung allein wird nicht alle Probleme lösen, da die Athleten immer noch nicht explizit nach den einzelnen Bodybuilding Kriterien bewertet worden wären und so unnötig viel Platz für Spielraum wäre.

Die Bodybuilder sollten nicht als Ganzes, sondern nach jedem einzelnen Parameter bewertet werden. Jeder Athlet sollte eine individuelle Punktzahl für jede Kategorie der Körperentwicklung bekommen. Diese Kategorien sollten in die Richtung Masse, Konditionierung, Symmetrie und Form gehen. Die Wichtigkeit der einzelnen Kategorien sollte natürlich vorbestimmt sein, wobei jeder Kategorie eine gewisse Prozentzahl in Bezug auf die Gesamtwertung gegeben wird. Jeder Athlet bekommt dann eine Wertung für jede Kategorie, die dann nach der Punkteverteilung öffentlich gemacht wird. Man könnte hier einfach eine Skala von 1-10 nehmen.

Oft fühlen sich Athleten und deren Fans von den Richtern schlecht und unfair bewertet.
Oft fühlen sich Athleten und deren Fans von den Richtern schlecht und unfair bewertet.

Wenn Athleten und Fans die Möglichkeit gegeben werden würde, jede Wertung jedes Bodybuilders in der einzelnen Kategorie einsehen zu können, dann wäre die Sachlage viel klarer. Es ist schwer zu entscheiden, wer auf der Bühne den besten Körper hat, aber es ist weniger schwer, objektiv die einzelnen Kriterien zu beurteilen. Kein Bodybuilding Fan würde sich darüber streiten, dass ein Shawn Rhoden eine nahezu perfekte Wertung für seine Form bekommt, während sich auch niemand daran stören würde, dass Kai Greene und Big Ramy in der Masse Kategorie punkten würden. Wenn Kai Greene jedoch eine 6 von 10 in Masse und Phil Heath eine 6 von 10 in Symmetrie bekommt, dann müsste man sich den Richter einmal genauer ansehen. Dieses System würde die Verantwortung der Judges enorm erhöhen.

Im ersten Moment scheint das System sehr viel Arbeit für die Richter zu bedeuten. Jeder Athlet müsste in vier Kategorien individuell von 1 bis 10 beurteilt werden, das wäre schon viel verlangt. Es gibt hierfür aber eine simple und effektive Lösung. Diese macht die Arbeit nicht nur einfach zu bewältigen, es macht die Wertung sogar noch weniger subjektiv also sowieso schon. Es gäbe insgesamt acht Richter und je zwei davon würden zufällig einer der vier Kategorien zugeordnet werden. So würden die Richter nicht die Wertungen ihrer Kollegen kennen und sie könnten sich voll und ganz ihrer eigenen Kategorie widmen. Über eine Gesamtwertung müssten sie sich auf diese Art ebenfalls keine Gedanken machen.

Wenn mehr auf Form und Symmetrie geachtet werden würde, dann würde unser Sport wieder schönere statt groteske Körper hervorbringen. Das hätte viele positive Effekte auf das Bodybuilding, denn es würde der Masse tauglicher gemacht werden und dadurch würden viel mehr Leute Interesse zeigen. Sogar die Hardcore Bodybuilding Fans stimmen überein, dass man sich wieder mehr in die Richtung der symmetrischen Körper der 90er entwickeln sollte. Bodybuilding ist letztlich ein visueller und künstlerischer Sport, also wie kann hier ein Bodybuilder mit Wachswampe einen Wettkampf gewinnen?

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Die Gefahren im Profi Bodybuilding sind gut dokumentiert und haben ihr Gesicht in der Vergangenheit schon sehr oft gezeigt. Allgemein gesagt ist die größte Gefahr in unserem Sport, dass die Athleten einen immer geringeren Körperfettanteil erreichen wollen und ihren Körper zudem entwässern, um das ganze Wasser unter der Haut zu eliminieren. An zweiter Stelle kommt dann der unbändige Wille, immer mehr Muskelmasse aufzubauen. Bei diesen Unterfangen sind verschiedene und extrem gefährliche Medikamente im Spiel. Fettverbrennende Medikamente und Diuretika haben in unserer Industrie nicht selten zum Tod geführt. Muskelaufbauende Medikamente sind normalerweise weniger gefährlich, aber auch sie können ernsthafte gesundheitliche Probleme mit sich bringen, wenn sie zu hohen Dosierungen über einen langen Zeitraum eingenommen werden.

Wenn es nach den Fans und vielen Experten geht, sollte das Bodybuilding sich eher wieder in Richtung der 90er Jahre entwickeln.
Wenn es nach den Fans und vielen Experten geht, sollte das Bodybuilding sich eher wieder in Richtung der 90er Jahre entwickeln.

Das moderne Bodybuilding sprengt die Grenzen in Bezug auf was der menschliche Körper an Muskelmasse und Körperfett erreichen kann. Das ist aber sicher nicht der beste Weg, unseren Sport zu verbessern. Warum kann man keine neuen Maßstäbe setzen? Zum Beispiel wie gleichmäßig man von Muskel zu Muskel trainiert ist oder wie schmal man die Hüfte bei einer guten Masse an Muskulatur halten kann. Ein neues Bewertungssystem würde nicht nur den Sport sicherer machen, sondern auch die Subjektivität deutlich reduzieren, was die meisten Insider und Athleten und auch die Fans begrüßen würden. In diese Richtung sollte sich Bodybuilding entwickeln. Nicht nur, um die Gesundheit der Athleten zu gewährleisten, auch der Sport an sich kann so viel besser vermarktet werden!


Quelle: ironmagazine.com/2016/how-bodybuilding-should-be-judged/

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