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Sportsucht – Bist du motiviert oder schon verrückt?!

Nicht selten kommt es vor, dass man für eine kurze Zeit neue Gesichter im Studio sieht, die genau so schnell wieder verschwinden, wie sie gekommen sind. Man muss sich eingestehen, dass die Arbeit am eigenen Körper für viele Menschen bereits nach kurzer Zeit zu undankbar erscheint. Spätestens wenn realisiert wird, wie schwierig es ist, optische Fortschritte zu realisieren, werfen die anfangs motivierten Neuankömmlinge das Handtuch. Auf der anderen Seite gibt es aber auch die Sportler, die Erfüllung in diesem Sport finden. Ist die Anmeldung im Studio ursprünglich aus einer Laune heraus entstanden, entwickeln sich Training und Ernährung zu einem Lifestyle, den sie nicht mehr missen möchten. Sie finden einen Ort, an dem die Alltag verschwindet und der ihnen ein Ventil für Stress und Sorgen bietet. Aber wie viel Leidenschaft ist gesund und ab wann wird es kritisch?

Grundsätzlich gibt es keine Argumente, die gegen harte Trainingseinheiten sprechen. Auch keine, die eine kontrollierte Diät zur Erreichung des Traumkörpers in Frage stellen können. Kritisch wird es erst dann, wenn Motivation und Antrieb aus dem Ruder laufen.

Der schmale Grat zwischen Motivation und krankhaftem Verhalten

Ironischerweise wird ein stahlharter, durchtrainierter Körper immer mit Gesundheit und Fitness in Verbindung gebracht.

Unter Umständen entsteht diese Optik auch, wenn man sich über eine sehr lange Zeit gesund ernährt und konstant trainiert. Nicht umsonst können viele Vereinssportler einen geringen Körperfettanteil aufweisen, ohne nennenswert darauf hingearbeitet zu haben.

Im Bodybuilding herrschen aber Extreme. Ein durchschnittlicher Körperfettanteil ist nicht ausreichend. Trocken muss man sein. Die Adern müssen von den Schultern über den Bauch bis hin zum Quadrizeps ersichtlich sein.

Hier reicht ein Quäntchen Vereinssport und gesunde Ernährung nicht mehr aus, es wird mit härteren Bandagen gekämpft. Und genau hier wird es kritisch.

Ursprünglich das Ziel gehabt, durch Training und Ernährung gesund zu bleiben, Muskeln aufzubauen und sein Leben zu erweitern, dreht der Wind und man passt seinen Plan so an, dass die eigene Gesundheit leidet.

In vielen Fällen wird dieses Dilemma durch psychologische Probleme verursacht. Diese Probleme sind nicht auf besonders anfällige Persönlichkeiten beschränkt. Nachfolgende Situationen dürften vielen ambitionierten Athleten nicht komplett unbekannt sein:

Eine kalorienreduzierte Diät wird zur Borderline Anorexie

Den Ursprung dieser Anorexie findet man in einer zwanghaften Fixierung auf das Körpergewicht. Sind Messwerte und Körperdaten für einen dauerhaften Erfolg auch noch so unabdingbar, darf hier keine krankhafte Einstellung zur Zahl auf der Waage entstehen. Standen am Anfang noch Optik und Leistung im Fokus, wird schleichend nur noch die Zahl auf der Waage für den Erfolg verantwortlich gemacht.

Das Streben nach Bauchmuskeln lässt dich wirken wie ein unterernährter Junkie

Inzwischen gibt es sogar den Begriff „trainingsinduzierte Magersucht“. In diesem Stadium geht es dem Athleten nicht mehr um die Anpassung der Ernährung, um das körperliche Ziel zu erreichen. Vielmehr wird versucht, über exzessive Trainingseinheiten und zusätzliches Cardiotraining jede Kalorie einzusparen.

Das Ziel persönlicher Rekorde beeinflusst das soziale Leben und die Leistungsfähigkeit

Wenn durch Kalorienreduktion eigentlich die nötige Energie fehlt und trotzdem in jedem Training ein 1RM Versuch angepeilt wird, öffnet sich die Schere zwischen Belastung und Regeneration.

Irgendwann wird man nicht mehr in der Lage sein, Treppen zu steigen oder frisch aus dem Bett zu hüpfen, ohne sein zentrales Nervensystem zu belasten.

Kraftentwicklung und Krafterhalt sind in einer kalorienreduzierten Diät wichtig, um einen ausreichenden Muskelschutz durch erfolgten Reiz zu setzen. Maximalkraftversuche haben in Zeiten des Fettverlusts aber nichts verloren.


Wenn die Leistungsfähigkeit und das zentrale Nervensystem leiden, muss man in der Diät kürzer treten.

Ein Ernährungskonzept wird zum Dogma, obwohl es Schaden zufügt

Für jeden Ernährungsansatz gibt es Personen, die gut auf die Vorgaben ansprechen.

Demgegenüber stehen aber mindestens genauso viele Menschen, die nicht mit bestimmten Makronährstoffverteilungen umgehen können.

Trotzdem halten viele Kraftsportler an einem Konzept fest, auch wenn sie merken, dass sie damit vor eine Wand fahren.

Zu verlockend sind die Versprechungen von selbsternannten Gurus, die maximalen Erfolg mit minimalem Aufwand predigen.

Leistungssport ist selten gesund

Athleten, die einen Sport auf Leistungsniveau betreiben, leben selten gesund.

Kein Bodybuilder, kein Strongman, aber auch kein Fußballer oder Schwimmer sind auf Leistungsebene sportlich aktiv, um ihrer Gesundheit einen Gefallen zu tun.

Wenn man für Leistung im Sport bezahlt wird, ändern sich Trainingsansätze. Hier zählt jedes Detail und jede noch so kleine Möglichkeit, dem Gegner einen Schritt voraus zu sein. Dass dabei teilweise zu körperschädigenden Substanzen gegriffen wird, ist gang und gäbe.

Der kleine, aber feine Unterschied zum 0815 Athleten besteht in der Tatsache, dass Profisportler ihren Lebensunterhalt mit dem Sport verdienen und den negativen Einfluss auf die Gesundheit bis zu einem gewissen Punkt in Kauf nehmen können.

Hobbysportler müssen aber hinterfragen, wie viel Rendite sie selbst durch die gesundheitlich negativen Einflüsse erhalten. Das ist in den seltensten Fällen ausreichend, um eine identische Herangehensweise zu rechtfertigen.

Kein noch so trockener Körper bringt auch nur ansatzweise etwas, wenn dadurch Gesundheit und Leben so beeinträchtigt werden, dass psychische Probleme entstehen. Motivation und Beständigkeit sind im Bodybuilding zwar unerlässlich, um dauerhaft Fortschritte zu machen. Trotzdem müssen bestimmte Grenzen gezogen werden, solange man nicht auf Leistungsebene agiert!


Quelle: t-nation.com/opinion/tip-are-you-dedicated-or-disturbed

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